Infektion in Weeze Gefügelpest im Tierpark bestätigt

Weeze · Nach den Untersuchungen steht fest: Die toten Vögel auf der Anlage in Weeze waren mit dem hoch ansteckenden Virus infiziert. Kreis musste erste Tiere töten lassen.

 Der Verdacht auf Geflügelpest im Tierpark Weeze hat sich bestätigt (Symbolfoto).

Der Verdacht auf Geflügelpest im Tierpark Weeze hat sich bestätigt (Symbolfoto).

Foto: dpa/Patrick Pleul

Der Verdacht hat sich bestätigt: Die toten Vögel im Tierpark Weeze waren mit dem hoch ansteckenden Virus H5N1 infiziert. Am Montag lagen die Ergebnisse der Untersuchungen auf Geflügelpest vor. Wie berichtet, waren auf der Anlage vier tote Vögel gefunden worden: drei Höckergänse und eine Lippegans.

Zur Sicherheit hatte der Kreis Kleve von allen weiteren Vögeln im Tierpark ebenfalls eine Probe nehmen lassen. Auch dabei gab es positive Befunde. Da es sich hierbei um einen für Vögel und Geflügel hochansteckenden Erreger handelt, wurden am Wochenende acht Gänse, sechs Enten und ein Schwan getötet und von einem Spezialunternehmen abgeholt.

Der Kreis Kleve macht nach einer Risikobewertung von einer Ausnahme in der Verordnung der Europäischen Kommission Gebrauch, da sich im Tierpark Weeze bedrohte Tierrassen befinden. Das bedeutet, dass neben den Tieren, die nachweislich an Geflügelpest erkrankt sind oder Kontakt mit erkrankten Tieren gehabt haben, keine weiteren Tiere getötet werden müssen. Darüber hinaus werden keine Sperrzonen errichtet.

Die Bereiche, in denen Vögel gehalten werden, sind aktuell gesperrt. Der Bauhof hat Absperrgitter aufgestellt. Man stehe in enger Verbindung mit den Behörden, vor allem mit dem Landesumweltamt (Lanuv), hieß es am Montag von Seiten des Kreises.

Wann alle Bereiche im Tierpark wieder geöffnet werden können, sei aktuell noch völlig offen, so Kreissprecherin Ruth Keuken. Man stehe in engem Kontakt mit dem Tierpark und werde weiterhin regelmäßig kontrollieren und Proben nehmen. Von der weiteren Entwicklung hänge dann ab, wie lange die Bereiche mit Vögeln gesperrt bleiben müssen.

Wie berichtet, hatte es in den benachbarten Niederlanden in einem Betrieb im Bereich Oostrum einen Ausbruch der hochansteckenden Geflügelpest (HPAI – Hochpathogene Avitäre Influenza) gegeben. Die daraus resultierenden Regelungen im Umkreis des betroffenen Betriebs hatten auch für das westliche Gebiet des Kreises Kleve gegolten. Die Überwachungszone mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern umfasst seitdem auch Teile von Weeze und Kevelaer. Wer allerdings auf die entsprechende Karte schaut, sieht dort, dass es nur um einen ganz kleinen Bereich der beiden Kommunen geht. In Kevelaer geht der Bereich etwa bis hinter den Bunkerpark Den Heyberg, in Weeze bis in die Nähe des Flughafens. Größere Bereiche der Kommunen sind aktuell noch nicht betroffen.

„Geflügelpest in einem Nutztierbetrieb und in einem Zoo oder Tierpark sind ganz unterschiedliche Dinge“, so Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann. Bei einem Nutztierbetrieb würden die Vögel transportiert, dadurch bestehe die Gefahr, dass das Virus in weitere Anlagen weitergetragen wird. Daher greife hier die strenge EU-Nutztierverordnung, die ein Töten der Vögel und ein Sperrgebiet zur Folge habe.

Bei Tierparks dagegen bleiben die Tiere zumeist unter sich, eine größere Verbreitung ist eher selten. Bei einer nachgewiesenen Infektion komme man allerdings kaum um das Töten der Tiere herum. Denn die Krankheit sei eine große Qual für die Vögel. Wichtig sei vor allem am Niederrhein, dass man die Wildvögel im Auge haben. Durch sie kann es sein, dass der Erreger weiter transportiert wird.

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