Weeze: Ente mit Küken aus Tierpark gestohlen

Zweiter Fall in kurzer Zeit : Ente mit Küken aus Tierpark in Weeze gestohlen

Tierdiebe trieben auf der Anlage an der B 9 in Weeze ihr Unwesen. Sie stahlen mehrere Vögel, die auf der Roten Liste für bedrohte Nutztierarten stehen. Jetzt wird überlegt, einen Zaun um das Gelände zu ziehen.

Diebe haben in einem Tierpark in Weeze mehrere Vögel gestohlen, die auf der Roten Liste für bedrohte Nutztierarten stehen. Nun überlegen die Verantwortlichen, wie sie ihre Tiere besser schützen können.

Eine böse Überraschung erlebten die Verantwortlichen des Tierparks Weeze am Donnerstagmorgen. Unbekannte haben über Nacht eine ganze Reihe von Tieren gestohlen. Die Täter entwendeten eine Warzenente mit zwei Küken und eine Cröllwitzer Pute. "Eine weitere Henne wurde durch den Stress im Gehege so stark verletzt, dass es fraglich ist, ob sie die Attacke überleben wird", sagt Tierparkleiterin Marie-Christine Kuypers. Sie hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Denn es ist schon der zweite Diebstahl innerhalb von vier Monaten in dem Tierpark. Zwischen Weihnachten und Neujahr hatten Unbekannte bereits drei Pärchen Tauben aus den Volieren gestohlen. "Diese Diebstähle machen mich unglaublich wütend, aber auch wirklich fassungslos", sagt die Parkleiterin.

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Viele Tiere vom Aussterben bedroht

Die Anlage hält vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und setzt sich durch deren Zucht auch für die Arterhaltung ein. "Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz", so Marie-Christine Kuypers. Die Warzenenten und die Cröllwitzer Puten stehen beide auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen. Gerade die Enten hatten eine für diese Rasse sehr außergewöhnliche und seltene Färbung. Die Ente ist gescheckt, und es ist davon auszugehen, dass auch die Küken später diese seltene Farbgebung haben werden. "Die Vermutung liegt daher nahe, dass diese Tiere ganz gezielt gestohlen wurden", meint die Tierpark-Chefin.

Nach diesem erneuten Vorfall überlegen die Verantwortlichen, ob zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nötig sind. Denkbar sei beispielsweise eine Videoüberwachung. Wichtig sei, dass alles in Absprache mit der Gemeinde und der Politik passiere, so Marie-Christine Kuypers. Eine Überlegung sei nämlich auch, einen großen Außenzaun um den Tierpark zu ziehen. Das hätte dann allerdings zur Folge, dass die Anlage nicht mehr 24 Stunden lang zugänglich ist. Bislang schätzen viele am Tierpark gerade, dass man die Tiere dort jederzeit besuchen kann.

"Der Tierpark ist für alle Bürger kostenlos zugänglich, rund um die Uhr. Wir möchten zukünftig den Tierbestand weiter ausbauen. Solche Taten führen aber dazu, dass wir leider einsehen müssen, bestimmte Tierarten nicht halten zu können, bis eine Lösung gefunden wird", so die Tierparkleiterin weiter. "Es ist einfach sehr schade, dass unsere Tiere, die sich im Tierpark wohl fühlen, solchen Bedrohungen ausgesetzt sind."

Polizei bittet um Hinweise

Der materielle Schaden sei im vorliegenden Fall zwar nicht so riesengroß, es gehe aber um das Prinzip. "Es muss deutlich sein, dass wir hier kein Selbstbedienungsladen für Tierdiebe sind. Wir werden uns künftig vermutlich dreimal überlegen, welche Tierarten wir noch anschaffen können", sagt Marie-Christine Kuypers verärgert. Sie geht nicht davon aus, dass jemand die Tiere gestohlen hat, um sie zu schlachten. "Ich vermute eher, dass die seltenen Vögel für die Zucht eingesetzt werden sollen."

Die Polizei will jetzt über ihre Facebook-Seite auf den Fall aufmerksam machen. "Die Spurenlage ist sehr dünn, wir sind für alle Hinweise dankbar", sagt Polizeisprecherin Anna Stammen. Tierdiebstähle seien selten, kämen aber immer mal wieder vor. Aus dem Tierpark Weeze ist vor einigen Jahren auch schon mal ein Schaf gestohlen worden.

Hinweise nimmt die Polizei in Goch unter der Nummer 02823 1080 entgegen.

(zel)