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Warum man sich im Wellenbrecher in Weeze über das Wort des Jahres freut

Jugendeinrichtung in Weeze heißt wie das Wort des Jahres : Wellenbrecher stolz auf Wellenbrecher

Die Jugendeinrichtung in Weeze trägt den Begriff, der zum Wort des Jahres wurde. Passt irgendwie, finden die Verantwortlichen. Es gebe Parallelen im Kampf gegen das Virus und der Aufgabe der Einrichtung.

Irgendwann hatte Volker Schoelen aufgehört zu zählen. Aber es werden sicher mehr als 100 Whatsapp-Nachrichten gewesen sein, die der Chef des Weezer Wellenbrechers am 3. Dezember bekam. Nun gut, er feierte an dem Tag Geburtstag. Doch die Mehrzahl gratulierte nicht nur zum Jahrestag. Sie schickte eine Nachricht, weil ausgerechnet „Wellenbrecher“ zum Wort des Jahres gewählt worden war. Der Name also, den in Weeze jeder mit der Einrichtung verbindet, die inzwischen weit mehr als ein bloßes Jugendzentrum ist.

„Ich habe durch die Nachrichten überhaupt erst von der ganzen Sache erfahren. Einige meinten gleich, dass das wohl ein Geburtstagsgeschenk für mich sein sollte“, sagt Schoelen lachend. Natürlich habe er sich gefreut, als er davon gehört habe. Auch wenn die Jury damit natürlich nicht die Arbeit des Wellenbrechers ehren wollte, sondern ein Wort wählte, das die Corona-Krise besonders begleitet.

Der Wellenbrecher in Weeze also gewissermaßen als Namensgeber für einen elementaren Begriff in der Pandemie? Nein, nein, wehrt Schoelen ab. „Wir haben ja gar nicht das Erstrecht auf diesen Begriff, aber wir fanden damals, dass er einfach perfekt zu dem passt, was wir hier machen“, erzählt er. Seinerzeit sei das Team aus Weeze am Meer gewesen und habe dort die Holzpfosten gesehen, die am Strand als Wellenbrecher ihren Dienst tun. „Uns gefiel die Symbolik, ein solcher Wellenbrecher bietet Schutz. Hält das Wasser aber nicht komplett auf, sondern lässt auch etwas zu.“ Genau das sei  zum Konzept des Hauses geworden. Man müsse ständig schauen: Was können wir erlauben, was zulassen, wo müssen Grenzen gezogen werden?

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„Also für mich sehe ich da auch schon Parallelen zur Bedeutung des Wortes in der Corona-Krise“, meint der Einrichtungs-Leiter. Da gehe es beim Brechen der Welle ebenfalls darum, die richtige Balance zu finden. Es gehe eben um Frage wie: Was darf ich noch zulassen, wo muss ich einschränken? Was muss ich tun, um den nötigen Schutz zu gewährleisten und trotzdem genug Raum für Individualität zu lassen? Ein Spagat, um den es auch immer wieder im Wellenbrecher in Weeze gehe. „Die Wahl zum Wort des Jahres hat für mich noch einmal deutlich gezeigt, wie gut der Begriff eigentlich zu unserer Einrichtung passt“, sagt Schoelen.

Und gerade in der Corona-Pandemie habe er seine besondere  Berechtigung. Denn die Situation stellte auch für das Wellenbrecher-Team eine ganz neue Herausforderung dar. Gerade in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Lockdowns sei es wichtig gewesen, den Jugendlichen und Kindern Begegnungen möglich zu machen. Als die Kinder im Homescholling waren, bot der Wellenbrecher eine „Eins-zu-Eins“-Betreuung in der Schülerhilfe an, um zu verhindern, dass Kinder auf der Strecke bleiben. Schoelen ist sicher: „Durch Corona werden unsere Angebote noch mehr nachgefragt und es sind viele Aufgaben dazu gekommen.“

Eben deshalb gebe es da schon Parallelen zwischen dem Wellenbrecher in der Corona-Krise und dem Wellenbrecher in Weeze. „Es passt einfach, ich kann gut nachvollziehen, dass der Begriff gewählt wurde.“