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Warum die Caritas das Petrus-Canisius-Haus in Kevelaer übernimmt

Pfarrgemeinde St. Marien Kevelaer vermietet das Objekt : Caritas übernimmt Petrus-Canisius-Haus

Im Gespräch war es schon länger, jetzt ist es offiziell: Die Pfarrgemeinde St. Marien vermietet die Einrichtung an den Caritasverband. Der will hier Beratungsangebote und einen Treffpunkt einrichten. Das Haus wird dazu umgebaut.

Es ist eine Einrichtung mitten im Herzen von Kevelaer, in der sich viele Gruppen und Verbände treffen. Im Petrus-Canisius-Haus (PCH) befinden sich unter anderem die Bücherei und der Kleidertreff der Pfarrcaritas, die Frauengemeinschaft trifft sich hier, zudem gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen oder Deutschunterricht für Geflüchtete. Jetzt steht eine große Veränderung an. Der Caritasverband Kevelaer-Geldern übernimmt das Gebäude per Nutzungsvertrag von der Kirchengemeinde St. Marien. Die Caritas wird Mieter des Komplexes und wird das Haus ab Sommer 2022 umfangreich umbauen. Entstehen soll hier 2023 das neue Caritas-Centrum, das bislang an der Marktstraße untergebracht ist. „Im Petrus-Canisius-Haus finden wir später viel mehr Platz vor und können dann auch unser Angebot ausbauen“, erläutert Caritas-Pressesprecher Christian Hälker. Caritas-Vorstand Stephan von Salm-Hoogstraeten ergänzt: „Mit dieser Zusammenführung der katholischen Kräfte im Zentrum der Wallfahrt werden wir gemeinsam dazu beitragen, dass die Wesensmerkmale von Kirche – Zeugnis, Liturgie und Diakonie – erlebbar werden.“

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Erfreut über die erfolgreichen Verhandlungen mit dem Caritasverband zeigt sich Wallfahrtsrektor Gregor Kauling, Pfarrer von St. Marien: „Ich bin glücklich, dass das Petrus-Canisius-Haus als pastorales Zentrum in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kapellenplatz erhalten bleibt und dort auch weiterhin kirchliches Leben möglich sein wird.“

In einem Brief hat er die Pfarreimitglieder über den neuen Mieter des Hauses informiert. Dabei verweist er darauf, dass aufgrund der schwindenden Mitgliedszahlen in der Kirche versucht werden müsse, „Einsparungen in unseren Pfarreien auch durch die Reduzierung von Gebäuden und Gemeindebedarfsflächen zu erzielen“.

Schon seit dem vergangenen Jahr setze man daher verstärkt auf Synergieeffekte mit der benachbarten St.-Antonius-Pfarrei, die Zusammenarbeit soll nun noch weiter intensiviert werden. „Sowohl Pfarrer Andreas Poorten als auch mir ist es wichtig, weiterhin aktives kirchliches Leben hier in Kevelaer zu ermöglichen“, betont Kauling. Das könne bedeuten, dass einige Gruppen sich künftig im Pfarrheim von St. Antonius oder im Priesterhaus statt im PCH treffen. „Wir setzen uns mit allen Beteiligten zusammen und werden sicherlich gute Lösungen finden“, verspricht der Wallfahrtsrektor.

Klar ist bereits, dass viele Angebote im Petrus-Canisius-Haus erhalten bleiben sollen. Die Bücherei behält hier ebenso ihren Platz wie der Kleidertreff der Pfarrcaritas. Auch die Selbsthilfegruppen bleiben im Haus. „Denn das passt hervorragend zum Beratungsangebot der Caritas“, erläutert Rainer Killich, Sekretär der Wallfahrt.

Der große Saal im PCH soll als Ort der Begegnung erhalten bleiben und später auch in ähnlicher Größe für Gruppen zur Verfügung stehen, so Christian Hälker.

„In praktisch jeder Lebenslage – egal ob bei sozialen, familiären oder persönlichen Fragen – ist die Caritas für die Menschen da. Vertraulich und kostenlos“, so von Salm-Hoogstraeten. Ob Familienberatung oder Schulder- und Insolvenzberatung, ob Sozialberatung oder Angebote zu Integration und Migration: Künftig wird das PCH erste Anlaufstelle für die Kevelaerer sein. Die im Vergleich zum derzeitigen Caritas-Centrum deutlich erweiterten Räumlichkeiten ermöglichen neue Angebote der Caritas mit ihren zwölf Mitarbeitenden und stärken damit die Quartiersarbeit. „Das PCH bleibt daher Ort der Begegnung für die Menschen in Kevelaer. Nicht zuletzt, weil wir ein offenes Café planen.“

Die neue Situation biete daher auch die Chance einer inhaltlichen Profilierung, betonte Kauling. „Es wird drei pastorale Zentren in Kevelaer geben“, kündigt er an. Im Pfarrheim St. Antonius gibt es Versammlungsmöglichkeiten für Gruppen und Verbände der beiden Pfarreien in Kevelaer. Das Priesterhaus bleibt zentraler Ort der Verkündigung mit Blick auf die Wallfahrt mit Unterbringungsmöglichkeiten für Pilgerinnen und Pilger sowie als geistliches Zentrum, etwa für Spiritualität, Musik und Kultur. „An beiden Orten werden wir Angebote für die Jugend der beiden Pfarreien erhalten“, erklärte Kauling. Das PCH werde mit der künftigen Nutzung zum diakonalen Zentrum. „Ich finde das sehr passend“, sagt er, „wir haben die Gnadenkapelle für den geistlichen Trost und in unmittelbarer Nachbarschaft die aktive Trostspendung durch die Dienste der Caritas.“