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Vorschlag für Bischof-Janssen-Straße in Kevelaer: Mutter-Teresa-Straße

Bischof-Janssen-Straße soll umbenannt werden : Bürger schlägt Mutter-Teresa-Straße vor

Die Bischof-Janssen-Straße soll nach den Missbrauchsvorwürfen gegen den Geistlichen umbenannt werden. Anfang des Jahres wird in der Politik darüber beraten. Die Anwohner konnten Vorschläge machen.

Für Gerhard Heifer ist die Sache klar. Wenn es nach ihm ginge, würde die Bischof-Janssen-Straße in seiner Heimatstadt Kevelaer umbenannt in Mutter-Teresa-Straße. „Die Frau hat sich wirklich für die Schwächsten eingesetzt“ und liefere damit eine deutliches Gegengewicht zu Bischof Janssen. Er soll nicht mehr Namensgeber der Straße sein, zu schwer lasten die Anschuldigen auf dem bereits 1988 verstorbenen Geistlichen. Ein umfangreiches Gutachten hat herausgefunden, dass er in seiner Zeit als Hildesheimer Bischof von Missbrauchsfällen in seiner Gemeinde gewusst hatte, sie aber bewusst vertuscht habe. Vorgeworfen wurde ihm auch selber Täter gewesen zu sein – allerdings konnten diese Vorwürfe weder belegt noch verworfen werden. Seine Verbindung zu Kevelaer: er war dort Wallfahrtsrektor. Nach ihm ist in der Wallfahrtsstadt nicht nur eine Straße benannt, er trägt auch den Titel des Ehrenbürgers. Nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsgutachtens regte sich nicht nur in Kevelaer Widerstand, weiterhin eine Straße nach Bischof Janssen zu benennen. In Duderstadt ist die Straße bereits in „Zum Ferienparadies“ umbenannt worden, weil sie zu einer Kolpingeinrichtung mit dem Namen führt. In Hildesheim entscheidet ein Gremium aus Vertretern von Opferverbänden, des Bistums Hildesheim, des Landkreises und des Ortsrates über den neuen Namen.

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In Kevelaer gab es bereits eine Anhörung der Anwohner der Bischof-Janssen-Straße. Die Vorschläge reichten von Kastanien-Eck, weil dort ein solcher Baum steht, bis zur Hirschstraße, weil die Hubertusschule in der Nähe ist und der Hirsch an der Seite des Heiligen Hubertus steht. Auch den Vorschlag, den Namen dabei zu belassen und damit den anderen Bischof Heinrich Janssen (ohne Maria) zu nehmen, sei gefallen. Aber das halten weder Gerhard Heifer noch Bürgermeister Dominik Pichler für eine gute Idee. Pichler mahnt zur Vorsicht. Das Bistum werde im Frühjahr 2022 ein Gutachten veröffentlichen in dem es um die Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster geht. „Wir wissen nicht, was in dem Gutachten drinsteht“, sagt Pichler. Sicher ist, dass man nicht eine böse Überraschung erleben möchte, indem man die Straße wieder nach einem Geistlichen benennt und sie dann doch wieder umbenennen muss.

„Mutter Teresa war wirklich moralisch und selbstlos“, begründet Heifer seinen Vorschlag ein. Zu Kevelaer passe die Friedennobelpreisträgerin perfekt. 1987 war sie in der Wallfahrtsstadt zu Besuch. Daran erinnert ein Metallschild, das in der Marienbasilika dort angebracht wurde, wo sie betete. In der Beichtkapelle ist eines ihrer Gewänder ausgestellt. Außerdem hat der Künstler Bert Gerresheim ein Abbild von Mutter Teresa in einer der Pforten der Basilika eingearbeitet.

Bürgermeister Pichler erklärt, dass der Vorschlag der Anwohner eher weg von der Namensgebung einer Person gehe. Noch ist aber nichts entschieden. Das Vorschlagrecht in den politischen Gremien wird Ortsvorsteher Peter Hohl haben, der bei der Anwohnerversammlung mit dabei war. Er möchte sich aber nicht dazu äußern, bis die politischen Gremien zusammengetreten sind, sagt Hohl.

Die Umbenennung der Bischof-Janssen-Straße wird Anfang des Jahres im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Kevelaer auf die Tagesordnung gesetzt.