Vor den nächsten Protesten der Landwirte Gespräch mit Ministerpräsident

Landwirte kämpfen am Niederrhein : Bauernprotest: Treffen mit Laschet als erster Schritt

Georg Biedemann, Vertreter der Landwirte, sieht das Gespräch positiv. Am Freitag gibt es wieder Aktionen.

Es war auch mit ein Verdienst von Georg Biedemann, dass es am Montag zum Landwirtschaftsgipfel mit Ministerpräsident Armin Laschet und Umweltministerin Ursula Heinen-Esser kam. Biedemann hat die Protestaktionen der Landwirte am Niederrhein maßgeblich mit organisiert und traf hier mit Berufsgenossen auf den Landesvater. „Es war auf jeden Fall ein Erfolg, dass dieses Treffen stattgefunden hat“, sagt der Bauer aus Winnekendonk. Sein Eindruck: Laschet sei sich der Problematik gar nicht richtig bewusst gewesen. Daher sei es sehr positiv gewesen, dass die verschiedenen Verbände ihre Sicht der Dinge schildern konnten. Es ging um viele Themen wie Pflanzenschutzmittel, Flächenverbrauch, Herdenschutz gegen den Wolf oder Kies. Für die Landwirte habe man deutlich gemacht, dass die jungen Bauern Planungssicherheit für die nächsten 20 Jahre bräuchten. „Unser Nachwuchs muss wissen, ob es sich lohnt, noch in den Hof zu investieren“, sagt Biedemann.

Viele tun sich das nicht mehr an. Deshalb sei Klarheit wichtig. „Wir haben deutlich gemacht: Entscheidet endlich, egal was. Aber wir müssen wissen wohin die Reise geht“, sagt Biedemann. Wichtig sei, dass man das Gefühl braucht, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter der Landwirtschaft stehe. „Aber dann muss auch klar sein: Wenn wir regionale Produkte wollen und Top-Standards, dann kostet das auch Geld.“ Der Verbraucher müsse bereit sein, dafür zu bezahlen.

Diesen Weg müsse man gemeinsam gehen, und das funktioniere nur über den Dialog. Daher steht das auch bei der nächsten Großaktion der Bauern im Fokus. Am Freitag, 17. Januar, wollen sich die Landwirte zunächst morgens an der Niederrheinhalle in Wesel treffen. Von dort werden die Bauern mit Schleppern zu Supermärkten und Fußgängerzonen in der Region ausbrechen. Dort wollen sie mit den Bürgern ins Gespräch kommen und Tüten mit Blühsamen verteilen. 15.000 Tüten dafür sollen auf dem Hof von Georg Biedemann für die Aktion gepackt werden. „Der Samen soll ein Zeichen dafür sein, dass jeder in seinem Vorgarten etwas für den Klimaschutz tun kann“, sagt der Landwirt. Diesmal werde es keine Blockadeaktionen geben, man wolle schließlich nicht die Konfrontation, sondern sei am Dialog interessiert.

Am Freitag werden im gesamten Bundesgebiet wieder Kundgebungen stattfinden. Die zentrale Veranstaltung wird in Berlin am Brandenburger Tor steigen.