Kevelaer: Viel Lob für den neuen Krippenmarkt

Kevelaer: Viel Lob für den neuen Krippenmarkt

Das erste Wochenende mit viel Musik liegt hinter den Organisatoren. Die RP hat Besucher gefragt, wie das neue Konzept mit mehr Buden ankommt. Die längeren Öffnungszeiten und die Essensmeile sind willkommen.

Fernab vom Getümmel im Forum Pax Christi und der lebendigen Krippe legen Reinhild Daniels und Martina Groer eine kleine Pause ein. Daniels hat schon am Sonntagabend einen Bummel über den erweiterten Krippenmarkt gemacht. Das Krippenspiel hat sie sich zum ersten Mal angesehen. "Das war wunderbar, wie Karl Timmermann die Geschichte erzählt und zwischendurch gesungen hat", schwärmt die Kevelaererin. Einziger Wermutstropfen: Am Stand mit dem belgischen Glühbier, da sei sie nicht so gut empfangen worden. Mit acht Leuten bestellten sie vier Bier zum Probieren. Das kam offensichtlich nicht so gut an. "Ansonsten war die Atmosphäre aber sehr schön", sagt die Kevelaererin. Und voll sei es gewesen. "Man musste sich schon ein bisschen quetschen", sagt sie.

Das ist um die Mittagszeit in der Woche anders. Noch ist es ruhig. Adolf Ott kennt das schon. Er steht am Stand von Catering Kanders und hat den beiden Damen den Birnenpunsch eingeschenkt. "Der Renner ist natürlich Glühwein in Rot und Weiß", sagt Ott. Aber auch der Wichtelpunsch für Kinder wird gerne genommen, Wolke Sieben oder der Heiße Italiener. Auf der aktuellen Welle schwimmt der Ausschank mit dem Einhorn-Punsch. Es sei kein Vergleich zum vorigen Jahr, sagt Ott über die Besucheranzahl und den Umsatz. Beides ist wesentlich besser. "Im vergangenen Jahr waren wir der letzte Stand", erinnert sich Ott. Nun fügt er sich in eine Reihe ein mit Essenständen und bildet so einen Teil der "Genussmeile" auf dem Mechelner Platz am Museum. "Es läuft gut", sagt Ott. Bis 16 Uhr ist es ruhig, aber dann kommen sie, Frauenclubs, Männer, die sich treffen, und Familien mit Kindern. "Das ganze Spektrum", sagt Ott.

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Neben ihm steht ein Stand, an dem Pöfferchen und frische Waffeln angeboten werden. Sehnsüchtig schaut ein Hund seinem Herrchen dabei zu, wie dieser Essen entgegennimmt. Vorbei am Pommesstand geht es weiter zur Bühne. Aus den Boxen sprudelt atmosphärische Weihnachtsmusik. Herbert Hendricks hat es sich an einem Stehtisch mit einer Portion Grünkohl gemütlich gemacht. "Der Adventsmarkt mit dem Krippenmarkt zusammen, die haben gewonnen", ist der Kevelaerer überzeugt. "Diese ganze Imbissmeile, die war ja nie da, die hat man wirklich vermisst." Gut findet er auch, dass bis 20 Uhr statt bis 18 Uhr geöffnet ist. "Die Menschen, die arbeiten gehen, freuen sich doch, wenn sie nach 18 Uhr irgendwohin gehen können", sagt der Kevelaerer. Auch dem Mechelner Platz am Museum habe die Veränderung gutgetan. Den zugeschütteten Teich vermisst er nicht. Stattdessen steht während des Krippenmarkts dort eine Bühne, ab 18.30 Uhr ist Programm. "Ich denke mal, dadurch werden auch mehr Leute Kevelaer besuchen", lautet seine Hoffnung. "Ja, der Krippenmarkt hat mehr Besucher nötig", meint er. Und den Auftritt vom Kevelaerer Musikverein, den wolle er sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Nur wenige Schritte entfernt genießen Henriette Hertmann und Patty Strik Reibekuchen mit Apfelmus. Beide kommen aus Well. In den Niederlanden gebe es nicht so eine Weihnachtsmarktkultur wie in Deutschland, sind sich die beiden Damen einig. "In Holland gibt es nicht Weihnachtsmärkte so wie hier", sagt Henriette Hertmann. "Und nicht so schön", fügt Patty Strik an. "Besser" findet die Niederländerin Henriette Hertmann den Markt im Gegensatz zu früher. In der Vergangenheit hatte sie einen Stand mit Mineralien im Forum Pax Christi, es sei wenig los gewesen. Nun zeigt sie ihrer Freundin den gewachsenen Krippenmarkt und ist einfach mal privat da, um die Atmosphäre zu genießen, und die Reibekuchen versteht sich.

(RP)