Verkehrsgutachten für Kevelaer

Planungen für Kevelaer : Wie viel Verkehr soll in die Stadt?

Das Büro Stadtverkehr untersucht gerade die Situation in der City von Kevelaer. Die Grünen würden sich wünschen, dass Autos mehr aus der Innenstadt herausgehalten werden.

5000 Haushalte in Kevelaer hatten Post bekommen. Hier landete ein Fragebogen zum Verkehr in der City im Briefkasten. Offenbar ein Thema, das den Bürgern auf den Nägeln brennt, denn der Rücklauf sei besser als nötig gewesen, so Michaela Roudbar-Latteier vom Büro Stadtverkehr, die im Auftrag der Stadt die Verkehrssituation in Kevelaer untersucht. Für ein repräsentatives Ergebnis hätte man 1000 Antworten benötigt, weit mehr seien eingegangen, teilte sie den Politikern jetzt im Ausschuss mit. Ihr Eindruck: „Die Kevelaerer scheinen an dem Thema sehr interessiert zu sein.“ Eine so hohe Zahl an Rückläufern sei nicht selbstverständlich. Die Ergebnisse der Umfrage liegen allerdings noch nicht vor. Derzeit laufe die Eingabe der Antworten, anschließend stehe die Auswertung an.

Das Verkehrsprojekt steht in Zusammenhang zur Planung am Peter-Plümpe-Platz. Wie berichtet, soll der zentrale Platz vor dem Rathaus neu gestaltet werden. Die Verkehrsanalyse soll Daten liefern, wie sich verschiedene Umgestaltungen auf die City auswirken würden. Das Ziel liegt auf der Hand: Optimierung des Verkehrs. Dazu hat das beauftragte Büro bereits Zählungen der Fahrzeuge an verschiedenen Punkten in der City vorgenommen.

Auch die Parksituation wurde untersucht, hier laufe die erste Auswertungsphase, so Michaela Roudbar-Latteier. Konkret hatte das Büro am 10. und 11. Oktober Daten erhoben, an einem normalen Donnerstag und an einem Freitag mit Wochenmarkt. An dem getesteten Donnerstag habe man eine hohe Auslastung der Parkplätze an der Marktstraße, Bahnstraße und am Konzert- und Bühnenhaus registriert. Auch am Peter-Plümpe-Platz und im direkten Umfeld habe es in der Spitze eine hohe Auslastung gegeben. Allerdings seien jederzeit freie Parkplätze verfügbar gewesen.

Überraschenderweise stellte sich die Situation auch am nächsten Tag ähnlich da, obwohl da der Peter-Plümpe-Platz wegen des Marktes teilweise gesperrt war. Auch hier habe es keine Überlastung des Parkraums gegeben, so die Untersuchung. Es habe auch keine Konzentration von Ausweichverkehr auf bestimmte andere Parkflächen gegeben. Fazit am Freitag: Auch hier hatte es immer noch genug freie Parkplätze gegeben.

Ergebnisse, die Willi Gerads von der FDP nicht ganz nachvollziehen konnte. Er habe selbst einmal den Verkehr gezählt. Und da seien am Peter-Plümpe-Platz nur wenige Parkplätze frei und der Rewe-Parkplatz komplett belegt gewesen. „Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, am Donnerstag und Freitag zu zählen, um die richtigen Daten zu bekommen“, so der FDP-Politiker. Franz Heckens von der Verwaltung erläuterte, dass man für die Untersuchung „Normaltage“ nehmen wollte. Eben das sei auch geschehen.

Auch wenn das Ziel des Untersuchung sei, den Autoverkehr zu reduzieren und Fußgänger und Radler zu stärken, geht das den Grünen nicht weit genug. „Wir wollen eine grundsätzliche Umplanung beim Verkehr in Kevelaer“, sagte Fraktionssprecher Ulrich Hünerbein-Ahlers. Ziel müsse sein, den Autoverkehr aus der City herauszudrängen und die Situation zu beruhigen. Der Peter-Plümpe-Platz sei ein wichtiges Areal in der Stadt. „Was wir hier machen, das machen wir für viele, viele Jahre, wir sollten daher das Zeitargument bei den Planungen nach hinten schieben. Aus so einem wichtigem Projekt sollten wir Zeitdruck rausnehmen.“ Der provokante Vorstoß der Grünen stieß auch auf Kritik. „Wissen wir eigentlich, was die Bürger wollen?“, fragte Hubert van Meegen (CDU). Man wisse ja gar nicht, ob die Menschen in Kevelaer tatsächlich dafür seien, den Verkehr aus der City herauszuhalten.