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Urteil zu Vergewaltigung eines Kevelaerers unter Drogeneinfluss

Prozess am Landgericht : Kevelaerer Vergewaltiger zu sieben Jahren Haft verurteilt

Der Verurteilte wird außerdem in einer Erziehungsanstalt untergebracht. Bereits 2004 wurde er schon einmal wegen Vergewaltigung einer jungen Frau in Essen zu zwei Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Verfahren gegen Olaf Brauner* (Name geändert), dem Vergewaltigung seiner Ehefrau vorgeworfen wird, ist abgeschlossen. Die Auswärtige Strafkammer des Landgerichts Kleve verurteilte den 45 Jahren alten Kevelaerer zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren wegen Vergewaltigung in zwei Fällen.

Das Gericht ordnete außerdem an, ihn in einer Erziehungsanstalt unterzubringen, wenn er eineinhalb Jahre Freiheitsstrafe verbüßt hat. Der Verurteilte hatte sich vor der Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts als Mann mit zwei Gesichtern gezeigt. Auf der einen Seite präsentierte er sich als jemand, der soziale Verantwortung übernimmt, zum Beispiel als einstiger Oberstufensprecher des Kardinal-von Galen-Gymnasiums in Kevelaer, als Sportbegeisterter oder als „überzeugter Pazifist“ und Zivildienstleistender in der ambulanten Pflege.

Auf der anderen Seite zeigte er sich als jemand, der sich sexuell nicht unter Kontrolle hat, besonders wenn er unter dem Einfluss von Drogen steht. So vergewaltigte er eine junge Frau in Essen, er wurde im Frühjahr 2004 zu zwei Jahren und acht Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Das Gericht holte Jack Kreutz, den einstigen Leiter der Forensik in Bedburg-Hau, als Gutachter für Psychiatrie hinzu, weil die Frage zu klären war, inwieweit der Angeklagte bei seinen beiden neuen Taten vermindert schuldfähig war. Am 6. Oktober und am 11. Dezember 2019 hatte er seine zweite Ehefrau in Kamp-Lintfort gefesselt und vergewaltigt. Sie befindet sich seitdem in psychiatrischer Behandlung. Bei der ersten Tat stand er unter dem Einfluss von Amphetaminen und Alkohol, bei der zweiten Tat allerdings nicht.