Unternehmerinnen vom Niederrhein trafen sich in Kevelaer

Unternehmerinnen Forum NIederrhein : Der Weg zum Glück

Das Unternehmerinnen Forum Niederrhein hatte Maike van den Boom zu einem Impulsvortrag eingeladen. Gut 150 Frauen kamen am Mittwoch zur Veranstaltung in den Räumen von Mercedes Herbrand in Kevelaer.

„Wo geht’s denn hier zum Glück?“, hatte Maike van den Boom gefragt und war durch die 13 glücklichsten Länder der Welt gereist. Dann schrieb sie ein Buch, das ihre Frage zum Titel hatte, und es wurde zum Bestseller. Das Unternehmerinnen Forum Niederrhein hatte die Halbholländerin, die in Heidelberg geboren wurde und in Stockholm lebt, nach Kevelaer eingeladen. Sie hielt dort im Hause Herbrand vor 150 Frauen, die selbstständige Unternehmerinnen oder in verantwortlichen Positionen tätig sind, einen Vortrag mit dem Titel „Das Geheimnis des skandinavischen Glücks“.

„Wann sind wir glücklich? Wenn die Sonne scheint, wenn wir lieben, feiern oder uns schöne Sachen kaufen? Aber Sex, Drogen, Alkohol oder Geld – das ist irgendwie nicht nachhaltig“, begann die Rednerin. In Island zum Beispiel lebten mit die glücklichsten Menschen der Welt, aber das sei ja eine „stinkende, furzende Insel, die sechs Monate im Jahr im Dunkeln“ liege. Warum also sind die Skandinavier so glücklich? Zwei Jahre lang habe sie 30 Unternehmen in Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden besucht und mit 300 Menschen gesprochen, berichtete sie. Einige Ausschnitte aus diesen Interviews präsentierte sie während des Vortrags. „Team“ war das Wort, das in allen skandinavischen Sprachen immer wieder zu hören war. In den Unternehmen werde jeder einzelne Mitarbeiter mit seinen individuellen Fähigkeiten als wesentlicher Baustein des Gesamterfolges angesehen und wertgeschätzt. „Zusammen das beste erreichen“ sei die Devise und nicht: „Besser sein als der andere.“ Van den Boom erläuterte auch das skandinavische Schulsystem, das bereits früh anfängt, gute Mannschaftsspieler zu erziehen. Ohne Leistungsdruck gingen alle bis zum 15. Lebensjahr in die gleiche Grundschule. Klausuren würden manchmal über Tage geschrieben, „bis wir fertig sind“, sagten die Schüler. Der wesentliche Gedanke sei dabei, dass jeder ja andere Fähigkeiten habe, die sich nur in Ruhe und ohne Druck entwickeln könnten. Später sei gerade die Vielfalt unter den Mitarbeitern die Stärke eines Unternehmens. Schon in der Schule lernten die Skandinavier, alles zu hinterfragen. „Warum? hört man einfach ständig, wenn man einem Schweden etwas erklärt“, so van den Boom. Sie nähmen sich einfach immer die Zeit, über bessere Lösungen nachzudenken, das sei ein Schlüssel zum Erfolg. Weiterer wichtiger Leitgedanke sei die Zusammenarbeit untereinander, bildlich ausgedrückt: dem anderen eine Räuberleiter machen. Die Referentin formulierte: „Liebe und Anteilnahme für jeden Einzelnen im Team steht oben an, und Erfolg stellt sich dann ein, wenn es allen gut geht, wenn sie also glücklich sind.“ Nicht zuletzt mache natürlich auch der Spaß an der Sache glücklich. „Die Skandinavier betreiben ganz viele Freizeitaktivitäten, um sich wohl zu fühlen, weil sie wissen, dass nur ein gesunder ausgeruhter Mensch etwas schaffen kann. Diese Lebensfreude fasste van den Boom mit einem Wort zusammen: „Arschbombe.“ Sie endete mit den Worten: „Was sie heute von hier mitnehmen sind zwei Begriffe, nämlich Arschbombe und Räuberleiter.“

Nach dem Impulsvortrag waren die Besucherinnen zu einem Fingerfood-Buffet von Event-Gastronomin Malina Zimmnau aus Alpen eingeladen. Und dann taten die Unternehmerinnen, was sie bei ihren Zusammenkünften immer tun: miteinander reden, netzwerken, Erfahrungen austauschen – ein Vorgang, den auch Maike van den Boom beschrieben hatte.

Barbara Baratie, Geschäftsführerin des Unternehmerinnen Forums Niederrhein, zeigte sich begeistert. „Wir können heute viel Leidenschaft für Menschen mit nach Hause nehmen“, sagte sie. Sven Ingenpaß, bei Herbrand Kevelaer zuständig für Marketing und Kommunikation, fand das Referat „inspirierend“. „Es bestätigt aber auch unsere eigenen Grundsätze, den einzelnen Mitarbeiter wertzuschätzen und die Vielfalt im Team zu fördern.“ Daniel Hennig, kaufmännischer Leiter der Unternehmensgruppe Herbrand sah dies genauso: „Das Team zählt bei uns schon immer, und wir arbeiten interdisziplinär nach dem Grundsatz, Wissen zu teilen.“