Kevelaer: Umdenken über Flughafen gefordert

Kevelaer: Umdenken über Flughafen gefordert

Der Appell von Ulrich Hünerbein-Ahlers war klar. "Machen Sie Ihren Einfluss auf Ihre Kreistagsfraktionen geltend, um ein Umdenken zu erreichen", forderte das grüne Kreistagsmitglied die Zuhörer auf, die im Saal der Gaststätte "Zur Brücke" saßen.

Das waren Vertreter der Kevelaerer Ratsfraktionen. Sie sollen sich, so der Wunsch von Hünerbein-Ahlers und den anderen Mitgliedern der Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm, dafür stark machen, dass der Kreis kein Geld mehr für den Flughafen ausgibt und die Flugzeiten eingehalten werden.

Wobei das zweite Problem offenbar kleiner geworden ist. Kevelaers CDU-Fraktionschef Hansgerd Kronenberg fand in seiner Eigenschaft als Winnekendonker Ortsvorsteher lobende Worte. "Es ist gelungen, den nächtlichen Fluglärm zurückzuführen", sagte er. Dafür dankte er der Fluglärmkommission und der Aktionsgemeinschaft.

Die sieht beim Einhalten der Nachtruhe und den Flugzeitüberschreitungen jedoch noch manches im Argen. "Im August gab es zwölf Tage, an denen nicht alles korrekt gelaufen ist", gab Jochem Bürmann, Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft, seine Messungen wieder. Die späteste Landung habe eine Maschine aus Venedig um 1.40 Uhr hingelegt. Eine Maschine sei erst um 23.40 Uhr gestartet. Kritik wurde an der Ausnahmegenehmigungs-Praxis der Bezirksregierung laut. "Es muss zwischen 22 und 6 Uhr Ruhe sein", forderte Karl-Heinz Kandolf, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft.

Fass ohne Boden

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Finanziell wurde der Airport als Fass ohne Boden charakterisiert. "Der Kreis steckt viel Geld in den maroden Flughafen. Die Flughafen Niederrhein GmbH schafft es nicht, Zinsen und Tilgung zu zahlen", sagte Hünerbein-Ahlers. Die Politiker, namentlich von CDU und SPD, sollten den Mut haben zu sagen, dass dies eine Sackgasse sei.

Am Finanzgebaren äußerten auch die Kevelaerer Ratspolitiker Kritik. Gegen jegliche Subventionierung durch Steuergelder wandte sich Jürgen Hendricks (FDP). Dass der Kreis den Flughafen subventioniere, hält Ernst Umbach (UWU) für eine Unverschämtheit.

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(RP/rl)