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Ukraine-Flüchtlinge kommen in Partyhalle am Airport Weeze

Hilfe für Ukraine am Airport Weeze : Eventhalle wird wieder zur Unterkunft

Dort, wo im Sommer elektronische Beats die Menschen zum Tanzen bringen, werden jetzt Geflüchtete untergebracht. Das Gebäude am Airport Weeze war bereits 2015 auch für diesen Zweck umgebaut worden.

Die Situation erinnert an 2015. Auch da kamen innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland. Auch damals brauchte das Land schnell Unterkünfte für die Menschen. 2015 fand die Bezirksregierung eine schnelle Lösung auf dem Gelände des Airports. Hier gibt es riesige Hangars. Einer der ganz großen wird als Eventhalle genutzt. Beim Parookaville-Festival geht dort richtig die Post ab. Da die Halle sonst aber größtenteils nicht genutzt wird, wurde sie 2015 aufwendig umgebaut. Erst einmal brachten die Firmen das Gebäude auf den nötigen Stand beim Brandschutz. Toiletten und Duschen wurden installiert, provisorische Zwischenwände eingezogen und Betten aufgestellt. So war Platz für viele Geflüchtete.

Sieben Jahre später ist die Situation ähnlich. Wieder kommen zahlreiche Flüchtlinge, diesmal aus der Ukraine. Und jetzt hat die Bezirksregierung den Vorteil, dass die Eventhalle schon entsprechend umgebaut ist und in kurzer Zeit wieder zu einer Unterkunft werden konnte. 2015 hatte der Flughafen noch die Organisation und Logistik übernommen, zudem waren die Geflüchteten über die Küche des Airports verpflegt worden. Diesmal tritt der Flughafen allerdings nur als reiner Vermieter auf. Sämtliche Organisation läuft über die Bezirksregierung. Betreut werden sollen die Menschen über das DRK. „Vorgesehen ist, dass in der etwa 2700 Quadratmeter großen Halle durch entsprechende Einbauten bis zu 400 Plätze hergerichtet werden“, erläutert eine Sprecherin der Bezirksregierung. Die Kosten für die Ausstattung und Einrichtung werden vom Land getragen. Vor sieben Jahren war die Halle durch entsprechende Trennwände so unterteilt worden, dass Bereiche zum Schlafen entstanden. Die Gemeinde Weeze ist über die Aktivitäten auf dem Airport-Gelände informiert. Man sei auch Ansprechpartner, wenn Hilfe benötigt werde, so Bürgermeister Georg Koenen.

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Die Eventhalle soll auch nur für eine bestimmte Zeit genutzt werden. „Die von der Bezirksregierung Düsseldorf mit dem Airport Weeze getroffene Vereinbarung sieht eine Nutzung der Eventhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine bis Ende April dieses Jahres vor“, heißt es. Damit steht die Anlage also für die Veranstaltungen danach zur Verfügung.

Neben der Eventhalle gibt es auf dem Gelände am Airport auch noch die ständige Unterkunft für Geflüchtete in den umgebauten, ehemaligen Soldatenwohnungen – die sogenannte Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE). Viele Geflüchtete aus anderen Nationen, die bisher in Weeze untergebracht waren, seien bereits in andere Landeseinrichtungen umgezogen, hieß es von Seiten der Bezirksregierung. Die übrigen werden in den nächsten Tagen anderweitig untergebracht. Die Einrichtung in Weeze soll  insgesamt für die Aufnahme der Flüchtlinge aus der Ukraine genutzt werden. Bis Montag waren bereits 226 Personen aus der Ukraine in der ZUE angekommen. Platz ist dort für 562 Personen.

„Aus den Landeseinrichtungen führt der Weg in die Kommunen. Die aus der Ukraine geflohenen Menschen können ihnen zugewiesen werden, sie können aber ebenso in private Wohnungen einziehen, die sie über Freunde, Verwandte, Bekannte oder andere Helfer und Hilfsorganisationen finden“, so die Sprecherin der Bezirksregierung.

Wie berichtet, haben einige Geflüchtete auch ihre Haustiere mitgebracht, weil sie diese nicht ihrem Schicksal überlassen wollten. Oft fehlen die notwendigen Impfungen, was nicht ganz ungefährlich ist, da die Tollwut in der Ukraine nicht ausgerottet ist. Die Behörden befassen sich aktiv mit dem Thema, wie ein Sprecher des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration auf Anfrage erläutert. Die generelle Problematik sei bekannt. „Eine Unterbringung mit Haustieren ist in einer Sammelunterkunft des Landes Nordrhein-Westfalen nicht möglich, da dort eine Vielzahl von Personen auf engstem Raum zusammenleben und mögliche Gesundheitsgefahren für andere Bewohnerinnen und Bewohner ausgeschlossen werden müssen.“ Die Landeseinrichtungen würden sich jedoch in Zusammenarbeit mit den Veterinärämtern und ehrenamtlichen Organisationen um Lösungen zur Unterbringung der Tiere im Einzelfall sowie zur Organisation der erforderlichen Impfungen bemühen.