Kevelaer: Uedem sucht ein Konzept für den Tourismus

Kevelaer: Uedem sucht ein Konzept für den Tourismus

Eine Kölner Agentur für Tourismus hatte Bürger eingeladen, um Stärken und Schwächen der Gemeinde zu erörtern.

Was macht die Gemeinde Uedem touristisch attraktiv? Gibt es überhaupt einen Tourismus in Uedem? Diese Fragestellungen waren Thema eines Workshops, zu dem Bürger und Vertreter von Vereinen und Verbänden aus allen Ortsteilen ins Bürgerhaus eingeladen waren.

Bereits im Februar 2017 hatte der Uedemer Rat die Kölner Fachagentur "ift", Freizeit- und Tourismusberatung, beauftragt, ein touristisches Leitbild und ein Entwicklungskonzept zu erstellen. "Wir hatten uns gefragt: Was macht Uedem eigentlich aus? Gibt es neben Reiten, Radfahren und Wandern noch andere Schwerpunkte?", berichtete Bürgermeister Rainer Weber in seiner Begrüßung. Sehr schnell sei man entschlossen gewesen, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Jan-F. Kobernuß, Geschäftsführer von "ift", und Mitarbeiterin Christiane Baum informierten die etwa 50 Besucher ausführlich über ihre bisherigen Analysen und Befragungen. Die Präsentation zeigte anschaulich, dass Uedem durchaus touristisches Potenzial besitzt. Bemerkenswert fand Jan-F. Kobernuß die Zahl der jährlichen Übernachtungen, die bei fast 32.000 liegt. Gemessen an der Zahl der Einwohner ergebe sich ein Indikator, der für Uedem sogar höher liege als für Kevelaer. Die Bettenauslastung in den fünf verschiedenen Beherbergungsbetrieben bezeichnete Kobernuß als überdurchschnittlich. Sie liegt bei 53 Prozent. Er nannte den Poenenhof (Urlaub auf dem Bauernhof), Haus Nachtigall und das Reitercamp Hötzenhof, die besonders viele Übernachtungsgäste verzeichneten.

Der Uedemer Hochwald mit Reit- und Wanderwegen sei zweifellos ein touristischer Schwerpunkt. Neben Natur als Erlebnisraum sei aber auch das Thema "Shopping" wichtig für die Attraktivität eines Ortes. Hier nannte Kobernuß den Bauernmarkt Lindchen einen "Besuchermagneten" mit mehreren tausend Kunden pro Tag. Als "auffällig" bezeichnete der Referent die hohe "Bäcker-Dichte" in Uedem. Regionalität zeichnet Uedem außerdem aus durch die Pflege und Wiederherstellung der Streuobstwiesen, für die sich besonders der Heimatverein und der Verein Landschaftspflege im Kreis Kleve (LIKK) einsetzt.

  • Uedem : Uedem sucht ein Konzept für den Tourismus

Im Anschluss an die Präsentation meldeten sich zahlreiche Besucher und formulierten Ideen und Anregungen, die auf Tafeln notiert wurden. Sie nannten besonders die sehr guten Radwandermöglichkeiten der Umgebung, die Hohe Mühle als wichtiges historisches Wahrzeichen und betonten immer wieder die Nähe zur Natur, die Erholung verspreche. Dass in Uedem so viele blühende Bäume im Frühjahr zu sehen sind, nahm ein Teilnehmer zum Anlass, unter dem Motto "Frühlingsblütenmeer in Uedem" weitere Baumpflanzungen vorzuschlagen. Auch Flügel für die Hohe Mühle waren ein Diskussionsthema des Abends.

Zu den Ideen aus dem Kreis der Besucher gehörten auch: die Anlage eines Barfuß-Pfades, die Einführung von "Gesundheitstagen", den Ausbau von Mountainbike-Wegen im Hochwald und kindgerechte Führungen durch das Schustermuseum. "Die Gemeinde muss mehr sprühen", "Vorhandenes braucht mehr Wertschätzung" oder "Tourismusbewußtsein der Bürger fördern" waren einige Zitate, die auch die Mitarbeiter von "ift" im Vorfeld des Abends bereits durch Befragungen im Ort gesammelt hatten.

Im April wird es noch eine Zusammenkunft geben, im Mai schließlich ist die Fertigstellung des Gesamtkonzeptes geplant. "Tourismusentwicklung ist auch Entwicklung von Lebensqualität", erklärte Kobernuß. Das Leitbild sei das Ziel, das Konzept sei eine Handlungshilfe auf dem Weg dahin.

(RP)