Twisteden feiert seine Kappensitzung

Kappensitzung in Twisteden : Twesti helau!

Die erste Kappensitzung der Karnevalsfreunde Twisteden bot ein närrisches und abwechslungsreiches Programm.

Beste Stimmung von Anfang an, ein Programm so bunt und abwechslungsreich wie die Verkleidungen der Gäste und große Auftritte von Akteuren aus Nah und Fern bestimmten die erste Kappensitzung der Karnevalsfreunde Twisteden (KFT). Nur wenige Plätze im Bürgerhaus an der Dorfstraße blieben frei.

Eine der vielen Besonderheiten in Twisteden ist der Gast-Elferrat. In diesem Jahr war es der Kegelclub „Prinzenkompanie“, der in historischer Feuerwehruniform auf der Bühne seinen Platz einnahm. Matthias Kaenders war der Sitzungspräsident mit Käppi und im legeren Sportanzug. „Der KFT ist spontan und flexibel“, sagte er, und so waren seine Anmoderationen mal klassisch gereimt, mal spritzig und modern. Die Tänzerinnen des Vereins heißen „Zwerge“, „Sterne“ und „Funken“ und sind der ganze Stolz. Zu „Ich wollt’ ich wär ein Huhn“ tanzten sich die „Zwerge“ ganz fröhlich und leicht in die Herzen der Zuschauer. Den legendären Wimbledon-Sieg von Boris Becker vertanzte das Gocher Männerballett mit viel Witz. Den Tennis-Altstar nahmen sie gründlich aufs Korn, auch die „Besenkammer“ ließen sie nicht aus, das Publikum hatte einen Riesenspaß.

Rainer Roosen und Sabine Venmanns vom KFT sind „Henn & Stina“. Henn hat seiner Angetrauten einen Wellness-Tag in Arcen geschenkt, aber sie ist allzu kritisch. Ihr Zweigespräch im Bademantel sorgte für viele begeisterte Lacher. Einen flotten Show-Tanz im Western-Stil präsentierten die „Sterne“, auch sie konnten – wie alle Akteure des Abends – erst nach einer Zugabe die Bühne wieder verlassen.

Die Mädchen vom Jugendraum des Bürgerhauses trugen in Jeans und Sportschuhen einen schön choreografierten Western-Tanz zur Sitzung bei. Der Präsident des KFT, Rolf Roosen, zum Jugendraum: „Den haben wir nur eingerichtet und tapeziert, den Rest machen die Jugendlichen, und jetzt läuft dat Ding von alleine!“ Inspiriert von ihren tanzenden Kindern haben sich die „Muddis“ selbst zu einer Tanzgruppe formiert und sind bereits fester Bestandteil der KFT-Kappensitzung. Nach einem geheimnisvollen Start in schwarzen Kapuzenmänteln verwandelten sie sich in ein fetziges Ballett und ernteten viel Applaus.

Alle Programmpunkte waren Höhepunkte für sich, so auch der Auftritt von Karnevalsurgestein Karin Raimondi alias „Attacke“. „Lacht und tanzt und singt, so lang’ wir noch auf Erden sind“ sang sie.

Zu ihren Liedern bezog sie den ganzen Saal mit ein, holte viele Menschen mit auf die Bühne, darunter Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler mit seiner Frau. Dem Bürgermeister drückte sie eine weiße Geige in die Hand, dieser schlug sich hervorragend und zeigte ganz viel Humor. Garant für gute Stimmung ist eine weitere Akteurin des niederrheinischen Karnevals: die Komödiantin Hilla Heien brachte ausnahmslos alle Gäste in Bewegung. „Der Saal gehört uns“, rief sie, und eine immer länger werdende Polonaise schlängelte sich durchs Bürgerhaus. Der Tanz der Männer des KFT-Präsidiums zu den Eskapaden Donald Trumps hielt die Stimmung weiterhin ganz oben.

Ein gelungenes Zwiegespräch über die lebendige Vereinswelt in Twisteden hielten Max Weber und Dieter Wefers als „Die Tramps vonne Klus“. Robert Achtens Outfit als zahnlose „Lisbeth“ mit Klumpen und Kittel war wie immer allein optisch ein „Knaller“. Bekanntes und Kurioses aus dem Fernsehen präsentierte Helau-TV.

Schließlich rockte „Revolution Dance“ aus Goch die Bühne mit atemberaubender Akrobatik. Twesti Helau!

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