Kevelaer: TV-Weihnacht mit Steinmeier in Kevelaer

Kevelaer: TV-Weihnacht mit Steinmeier in Kevelaer

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht Kevelaer

Am dritten Advent war die Marienstadt bereits in Feststimmung. Der Bundespräsident war Gast bei der Aufzeichnung in der Basilika.

Der kleine Ben drückt sich dicht an die Wand der Basilika und will gar nicht mehr weg. Er ist ganz fasziniert von den großen Scheinwerfern im Brunnenhof und dem großen roten Auto der Malteser. "Er findet das hier alles ganz spannend", sagt seine Mutter schmunzelnd. Kurze Zeit später wird es für den Knirps aus Goch noch spannender. Eine Kolonne von Polizeiwagen fährt auf den Kapellenplatz. In der Mitte die Limousine mit dem hohen Gast. "Da kommt er", ruft eine Frau, als Frank-Walter Steinmeier mit seiner Frau aus dem Wagen steigt und durch die kleine Menschenmenge zur Gnadenkapelle läuft. "Guten Abend", grüßt Steinmeier. "Ein netter Mann", raunt eine ältere Dame ihrem Mann zu. Vor der Kapelle zündet Steinmeier eine große Kerze an, Kinder mit Lichtern säumen die Szenerie. "Frohe Weihnachten" ruft Steinmeier den Menschen zu. "Frohe Weihnachten" grüßen alle zurück, obwohl doch erst der dritte Advent ist. Aber die Kameras laufen, und die Szene an der Gnadenkapelle ist der Außendreh für das TV-Weihnachtskonzert mit dem Bundespräsidenten. Und das wird eben Heilig Abend ausgestrahlt.

Der Staatsgast wird in die Basilika geführt. Die ist bereits gefüllt. Denn ab 17 Uhr ließen die Sicherheitskräfte des BKA die geladenen Gäste nach und nach in das Gotteshaus. Jeder wurde ganz genau kontrolliert. Auch das Priesterhaus gleicht einer kleinen Festung. Nur wer registriert ist, darf dort rein.

In der Basilika werden die Gäste eingewiesen: "Sie dürfen gleich ruhig laut klatschen." Nur wenn der Bundespräsident nachher die Weihnachtsgeschichte vorliest, soll bitte auf den Applaus verzichtet werden. "Bitte während der Aufzeichnung nicht fotografieren", heißt es noch. Der ein oder andere wird aber doch das Handy zücken. Unter Applaus nehmen der Bundespräsident, Ministerpräsident Armin Laschet und Bischof Felix Genn ihre Plätze ein. Zu den Klängen von "Tochter Zion" wird es andächtig still in der Basilika. Die Aufzeichnung hat begonnen. Moderator Johannes B. Kerner führt souverän durch das Programm. Steinmeier erzählt ihm, dass der Kirchenbesuch am Heiligen Abend für ihn dazugehört. Seine Frau Elke Büdenbender lobt den Einsatz der Ehrenamtlichen, vor allem der Menschen in der Hospizarbeit. Der Fernsehzuschauer wird sich später wundern, warum plötzlich ein Flügel auf der Bühne steht, der fünf Minuten vorher noch fehlte. Die Besucher der Aufzeichnung wissen: Hier gab es eine kleine Pause. Helfer räumen einen Weihnachtsbaum zur Seite, schieben den Flügel nach vorne. 30 Sekunden sind dafür vorgesehen. Zeit, die Kerner nutzt, um den Besuchern zu raten: "Wenn nachher die Kerzenkinder aus Kevelaer kommen, haben sie ja auch eine Kerze in der Hand. Klatschen wird dann schwierig. Stampfen sie am besten mit den Füßen auf den Boden." Wenig später zeigt sich: Alle haben den Tipp beherzigt.

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Mit "O, du fröhliche" endet die Aufzeichnung. Etwa 80 Minuten hat sie gedauert. 58 Minuten davon werden für die Sendung gebraucht. "Ist super gelaufen, da werden wir nur wenig nachbessern müssen", sagt ein Kameramann.

Da sind die Gäste schon auf dem Weg ins Priesterhaus zum Empfang mit dem Bundespräsidenten, wo Bürgermeister Dominik Pichler den hohen Gast noch einmal begrüßt, der sich mit Ministerpräsident Armin Laschet ins Goldene Buch einträgt. Anschließend nimmt sich Steinmeier Zeit, um mit den Kevelaerern ins Gespräch zu kommen.

Währenddessen wird in der Basilika schon abgebaut. Gestern war die TV-Zeit im Gotteshaus wieder vorbei. Es sollte ganz normal Gottesdienst gefeiert werden.

(zel)