Touren mit Pedelecs in Winnekendonk boomen

Freizeit am Niederrhein: Touren mit Pedelecs boomen

In Winnekendonk besteht  seit 15 Jahren die Gruppe „Rauf aufs Rad“. Seit der Zeit tüfftelt Hans van Sambeck die Routen aus. Geändert hat sich seitdem die Fahrzeugwahl, die meisten fahren mit Elektroantrieb. 13 Touren werden in diesem Jahr gefahren.

Es ist zehn Uhr in Winnekendonk. Auf dem Alten Markt hat sich eine unternehmungslustige Gruppe zusammengefunden. Hans van Sambeck macht die Ansage, was für den Tag geplant ist. „Wir werden heute durch die Sonsbecker Schweiz fahren, rauf und runter.“ Von den Teilnehmern mit den Rädern kommt ein „Oh.“ Weiter gehe es zur Xantener Südsee. „Ah, wie schön“, schallt es van Sambeck begeistert entgegen. Um den Aufstieg per Rad bei der Sonsbecker Schweiz macht sich van Sambeck nicht wirklich Sorgen. „Die Zahl der Pedelecs steigt stetig“, sagt er. Seit 15 Jahren organisiert er die Touren „Rauf aufs Rad“ des Winnekendonker Heimatvereins Ons Derp. Als er damit anfing, suchte er nach seiner Pensionierung nach einer neuen Aufgabe. Bei der ersten Radtour waren 28 Radfahrer dabei, mittlerweile sind es 40 bis 45 Teilnehmer. Er habe im Traum nicht damit gerechnet, dass die geführten Touren so gut ankommen. „Vielleicht hätte ich das dann nicht gemacht“, sagt er lachend. Weil das Interesse immer größer wurde, kamen Helfer dazu. Das sind die Männer, die die gelben Warnwesen tragen und die Gruppe zusammenhalten. Aktuell sind das die Brüder Hans und Josef Blenkers und Bernhard Lohmann. „Wir versuchen, Strecken zu fahren, die verkehrsarm sind“, erklärt van Sambeck. Gefahren wird vor allem auf Radwegen und wenig befahrenen Wirtschaftswegen. Wenn doch einmal eine Straße überquert werden muss, dann sind die Helfer in den Warnwesten gefragt. „Die meisten Autofahrer, besonders die Lastwagenfahrer, sind sehr rücksichtsvoll“, stellt der Winnekendonker fest. Und in den 15 Jahren habe es vielleicht zehn Radpannen gegeben. Eine Lieblingsstrecke hat der passionierte Fahrradfahrer, der auch zum Pedelec gewechselt ist, übrigens nicht. Allerdings fahren er und seine Frau Hermine jede Strecke vor der eigentlichen Tour Probe, um möglichen Hindernissen, wie einer Baustelle aus dem Weg zu gehen.

13 Touren werden in diesem Jahr gefahren. Die Ganztagestouren starten um 10 Uhr (60 Kilometer), die kleineren Touren von rund 30 Kilometern am Nachmittag. „Alles steht und fällt mit dem Wetter“, sagt van Sambeck. Er hat sich informiert, natürlich, bis sie die Xantener Südsee erreicht haben, soll es eigentlich trocken bleiben. „Dieses Jahr haben wir Glück gehabt. Wir mussten keine Tour ausfallen lassen“, sagt der radbegeisterte Winnekendonker. Der sonnenreiche Sommer hat dafür gesorgt. Allerdings wurde eine Tour etwas gekürzt, weil es an dem Tag doch zu heiß war.

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Geselligkeit wird bei den Touren groß geschrieben. Deswegen klingt das „Rauf-aufs-Rad-Jahr“ auch mit einem Abschlussabend mit Essen und Verlosung aus. Und die Helfer erwartet im Winter ein Abend mit Schinkenbraten, Sauerkraut, Püree und viel Zeit, um das Jahr Revue passieren zu lassen. So weit ist es aber noch nicht. Erst einmal stehen die Teilnehmer mit ihren Rädern auf dem Alten Markt. Pedelec fahren ist übrigens keine Pflicht. „Es wird ein Tempo gefahren, dass auch ohne Pedelec kein Problem ist“, sagt van Sambeck. Auf die Tour nach Xanten freuen sich unter anderem Christina und Gerhard Paplinski aus Kervenheim. Sie sind das zweite Jahr dabei. „Immer an der frischen Luft sein und nette Leute kennenlernen“, lautet ihre Motivation. Heinrich Leuven ist mit seinen 86 Jahren der älteste Teilnehmer. „Man muss fit bleiben“, sagt er und erzählt, wie er früher an der Donau mit dem Rad entlang gefahren ist. „Auf geht`s!“, ruft einer, weitere Rufe folgen, es wird still auf dem Alten Markt, die Radler sind unterwegs zur Südsee.