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Tierpark Weeze bekommt Naturschaugarten

Umweltprojekt in Weeze wird vom Bund gefördert : Naturschaugarten für den Tierpark

Bund fördert das Projekt, das zeigt, was im Garten alles möglich ist, mit 45.000 Euro. Das soll auch Vorbild für heimische Flächen sein.

Schottergärten sind Melanie van der Fliert schon lange ein Dorn im Auge. Daher überlegte die Artenvielfaltsbeauftragte der Gemeinde, wie man Anreize schaffen kann, dass die Menschen vielleicht doch eher auf Pflanzen statt auf Steine im heimischen Garten setzen. „Und da es immer am besten ist, wenn man Beispiele präsentieren kann, entstand die Idee vom Naturschaugarten“, berichtet Melanie van der Fliert.

Das Projekt nahm immer konkretere Formen an, auch der Standort war schnell gefunden: der Tierpark. „Denn die Anlage ist gut besucht, hier gibt es auch bereits den Fledermauspfad und viele Informationen rund um Natur und Umwelt, darauf kann man aufbauen“, sagt sie. Und da es immer gut ist, wenn solche Projekte gefördert werden, reichte die Gemeinde einen Antrag beim „Bundesprogramm zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ ein. Jetzt kam gute Kunde vom Bund: Das Projekt wird mit 45.000 Euro gefördert. Das sind 90 Prozent, insgesamt soll der Naturschaugarten 50.000 Euro kosten.

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Die Nachricht freut die Artenvielfaltsbeauftragte. „Jetzt können wir die Idee auch in die Tat umsetzen“, sagt sie. Im Bereich von Tierparkschule und Veranstaltungsfläche soll das Projekt umgesetzt werden. Geplant ist die Anlage von verschiedenen Themenbereichen. „Ziel ist, den Leuten ganz praktisch zu zeigen, was im heimischen Garten möglich ist. Wichtig ist, dass die Beispiele auch tatsächlich ohne großen Aufwand umsetzbar sind“, sagt Melanie van de Fliert. Jeder kann im Tierpark dann selbst sehen, was nötig ist, um einen Garten naturnah zu gestalten. „Ob jemand die Idee dann umsetzt, das liegt bei jedem Einzelnen. Wir wollen dazu auf jeden Fall die Anregung geben“, sagt sie.

Gestartet werden soll so schnell wie möglich. Erst einmal muss die Gemeinde auf den endgültigen Förderbescheid warten. Die konkreten Planungen sollen schon in diesem Jahr losgehen. Man will verschiedene Partner mit ins Boot holen. Der Siedlerbund etwa hat bereits signalisiert, dass er gerne mitmachen möchte. Die Umsetzung soll dann im kommenden Jahr erfolgen.

Die zur Gestaltung des Naturschaugartens vorgesehenen Flächen sind aktuell vor allem artenarme Rasenflächen, die regelmäßig kurz gemäht werden. Stellenweise gab es bereits Einsaatversuche mit Wildblumen, die jedoch bisher gescheitert sind, vor allem aufgrund der Trittbelastung durch Besucher. Kleine vorhandene Strukturen sind ein Steinhaufen und ein Kleingewässer mit einigen Wildblumen, eine Insekten-Schaunisthilfe und eine Wildbienen-Infotafel.

„Wir freuen uns sehr, dass es mit der Förderung geklappt hat. 45.000 Euro sind für eine so kleine Gemeinde schon eine echte Hausnummer“, sagt Melanie van der Fliert.

Der Garten wird aus heimischen Bäumen, Sträuchern und Blühpflanzen sowie Gemüsebeeten und Totholzelementen zur Steigerung der heimischen Artenvielfalt bestehen. Das Vorhaben beinhaltet darüber hinaus klimarelevante Aspekte durch eine ressourcenarme Durchführung sowie mikroklimatische Effekte, welche sich aus der artenreichen Bepflanzung ergeben. Später sollen Schautafeln erläutern, wie man einen solchen Garten anlegt.

„Der Tierpark in Weeze leistet mit dem Naturschaugarten einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt von Flora und Fauna. Ich freue mich daher, dass der Bund das Vorhaben finanziell unterstützt“, so die SPD-Bundestagsabgeordnete Barbara Hendricks.

Ihr CDU-Kollege im Bundestag, Stefan Rouenhoff, meint: „Der Weezer Tierpark ist eine beliebte Anlaufstelle für junge Familien, Kindergartengruppen und Grundschulklassen. Der geplante Naturschaugarten steigert die Attraktivität des Parks, verbessert Vegetationsstrukturen und erhöht die Artenvielfalt. Deshalb habe ich dafür geworben, dass die Gemeinde Weeze bei der Umsetzung des Projekts vom Bund unterstützt wird.“

Der Bund fördert im Rahmen des „Bundesprogramms zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ bundesweit Projekte mit insgesamt 650 Millionen Euro. Voraussetzung ist, dass sie einen Beitrag zur CO2-Reduzierung, zur Erhöhung der Biodiversität oder zur Verbesserung vorhandener Grün- und Freiflächen beitragen, Vegetationsstrukturen verbessern oder Entsiegelungsmaßnahmen enthalten.