Themen
  1. NRW
  2. Städte
  3. Kevelaer

Tierheim Moers: Frau wirft Hund über Zaun - Polizei ermittelt

„Keine andere Möglichkeit“

Frau wirft Hund bei Moerser Tierheim über den Zaun

„Ayumi“ und „Suky“ sind von den Erlebnissen traumatisiert. FOTO: Tierheim Moers

Kevelaer/Moers Es ist eine fast unglaubliche Geschichte: Eine Frau soll versucht haben, zwei Hunde an einem Tierheim in Moers auszusetzen. Einen Vierbeiner soll sie sogar über den Zaun geworfen haben.

Eine Frau aus Kevelaer soll versucht haben, zwei Hunde unbemerkt im Tierheim unterzubringen. Wie die Polizei berichtet, ereignete sich der Vorfall am Donnerstagnachmittag. Gegen 15 Uhr war ein Passant am Tierheim Am Peschenkenhof vorbeigelaufen und bemerkte dabei, dass neben dem Auslaufgelände ein Auto parkte. Daneben konnte er eine Frau erkennen.

Als der Spaziergänger weiterlief, hörte er plötzlich ein dumpfes Geräusch. Er dreht sich um und sah wieder die Frau am Zaun stehen. Gleichzeitig bemerkte er, dass direkt dahinter jetzt ein kleiner Hund lief, der einen ziemlich verstörten Eindruck machte. Der Mann ging auf die Frau zu und fragte, ob sie jetzt eben tatsächlich einen Hund über den Zaun geworfen haben. Laut Polizei stritt die Frau das gar nicht ab. Die Frau erklärte dem Moerser, dass sie keine andere Möglichkeit sehe, um die Hunde unterzubringen. Im Auto hatte die Frau zudem noch einen weiteren Hund.

Die Hunde leben sich ein, auf dem Foto ist zu sehen, wie hoch der Zaun ist, über den Suky geworfen wurde. FOTO: Tierheim Moers

Der Spaziergänger bat die Frau, zur Tierheimleiterin zu gehen, was diese auch tat. Die Leiterin rief daraufhin die Polizei. Gegenüber den Polizisten erklärte die 65-jährige Tatverdächtige aus Kevelaer dann, die Tiere von einer älteren Dame übernommen zu haben. Die sei in ein Pflegeheim gekommen und hätte ihre Hunde nicht mitnehmen können. Da sie selbst keinen Platz habe und alle Tierheime abgelehnt hätten, die Hunde aufzunehmen, habe die 65-Jährige keinen anderen Ausweg gesehen, als die Tiere heimlich ins Tierheim zu bringen.

Die Frau wollte die Hunde ins Tierheim Moers schmuggeln. FOTO: Kathrin Novotny

Die Verantwortlichen im Tierheim sind von der Aktion entsetzt, wie sie auf Facebook schildern. „Als wir zur Hündin kamen, saß sie vollkommen erstarrt und reaktionslos in der Ecke auf der Wiese. Nicht auszudenken, wenn die Tat unbeobachtet geblieben wäre und wir - wie wir es täglich machen - mit unseren zum Teil unverträglichen Hunden auf die Wiese gekommen wären. Wer unsere Wiese kennt, weiß, dass nicht alle Ecken einsehbar sind“, heißt es da. Man habe immer Verständnis für Notsituationen. „Es gibt allerdings keine Erklärung oder Entschuldigung, die eine solche Vorgehensweise auch nur im Ansatz für uns entschuldbar macht.“ Der Zaun über den der Hund geworfen wurde, war zwei Meter hoch. Die Hündin hätte dabei schwere Verletzungen davontragen können.

„Für das gesamte Tierpflegerteam war das Erlebte gestern erschreckend und hat uns zutiefst erschüttert“, berichtet Tierheimleiterin Nicola Kreuzmann.

Die Polizei spricht von einem unfassbaren Vorfall, die weiteren Hintergründe sollen jetzt die weiteren Ermittlungen klären.

Die beiden Hunde sind jetzt erst einmal im Tierheim in Moers untergebracht. Es handelt sich bei ihnen um Tiere der Rasse Shiba Inu. Die japanische Rasse ist eigentlich sehr beliebt und gefragt. Welpen können locker auch schon mal 2000 Euro kosten.

Zumindest eine Sache ist erfreulich: Den Tieren gehe es eigentlich recht gut, hieß es. Sie seien aber traumatisiert. Inzwischen haben sie auch Namen: Sie heißen „Ayumi“ (bedeutet „den eigenen Weg gehen“) und „Suky“ („geliebt“).

Die 65-Jährige erwartet jetzt ein Strafverfahren.