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Ticketerstattung von Ryanair: Tausende warten noch auf ihr Geld

Probleme bei der Ticket-Erstattung : Ryanair macht Online-Reiseportale für Verzögerungen verantwortlich

Während des Corona-Lockdowns fielen auch bei Ryanair zahlreiche Flüge aus. Die Erstattung der Tickets zieht sich, die Fluggesellschaft macht dafür Online-Reisebüros verantwortlich.

Für viel Ärger hatte gesorgt, dass Kunden lange auf die Erstattung ihrer Tickets von ausgefallenen Flügen warten mussten. Ryanair lasse sich viel Zeit, lautete der Vorwurf. Die Airline hatte daraufhin zugesichert, dass mehr als 90 Prozent der Passagiere,  die direkt bei Ryanair gebucht und eine Erstattung für Reisen zwischen März und Juni beantragt hätten, ihr Geld bis Ende Juli bekommen. Das sei auch passiert, teilt die Fluglinie jetzt in einer Presseerklärung auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Es seien mehr als 750 Millionen Euro an Rückerstattungen oder Gutscheinen  ausgegeben worden. Man habe vor Ende Juli über 90 Prozent der betroffenen Tickets in bar ausgeglichen und mache rasche Fortschritte bei der Beseitigung aller verbleibenden Anträge, so Ryanair. Dass zahlreiche Kunden immer noch auf ihr Geld warten, dafür macht die Airline  sogenannte Screenscraping-Online-Reisebüros („online travel agents“, OTA) verantwortlich. Die OTA lesen dabei die Daten von den Webseiten der Airlines aus. Gerade Ryanair hatte mehrfach versucht, dieses Verfahren juristisch zu unterbinden. Vor allem Internet-Vergleichsportale nutzen dieses Verfahren.

„Tausende unserer Kunden werden immer noch daran gehindert, ihre Bargeldrückerstattung zu erhalten, da nicht autorisierte OTA bei Ryanair mit gefälschten Kunden-E-Mail-Adressen und virtuellen Kreditkartendaten gebucht haben, die nicht unseren Kunden gehören“, so Ryanair.

Die irische Billig-Fluglinie fordert die Luftfahrtbehörde CAA auf, unverzüglich gegen diese nicht autorisierten Screenscraping-Online-Reisebüros vorzugehen, um sicherzustellen, dass sie den Fluggesellschaften genaue Kundenkontaktinformationen zur Verfügung stellen. Nur so könne man die Rückerstattungen direkt an die Kunden weiterleiten.

Ryanair rät: „Jeder Kunde, der über einen nicht autorisierten OTA von Drittanbietern gebucht hat, sollte sich direkt an Ryanair wenden, um Rückerstattungen zu erhalten.“ Diese würden dann schnell bearbeitet, wird versprochen.