Kevelaer: Thomas Selders stellt Vertrauensfrage

Kevelaer : Thomas Selders stellt Vertrauensfrage

Kevelaers CDU-Chef glaubt, ausreichend Rückhalt in der Partei zu haben. Er tritt nicht zurück, ermöglicht aber die Neuwahl des Vorsitzenden auf der Mitgliederversammlung am 5. März. Entschuldigung für ignorierte Rechtsauskunft.

Der Stadtverbandsvorsitzende der CDU Kevelaer, Thomas Selders, setzt nun alles auf eine Karte: Die Mitglieder sollen entscheiden, ob sie weiter ihn als Vorsitzenden haben wollen oder nicht. Und sie dürfen das schon bald tun: In einer vorgezogenen Sitzung am 5. März will Selders die Vertrauensfrage stellen. In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz betonte der CDU-Chef gestern, er trete nicht zurück, sei vielmehr bereit, erneut zu kandidieren.

Turbulente Wochen seien es, die "hinter der CDU Kevelaer" liegen, führte Thomas Selders aus. Hinter ihm liegen sie allerdings noch nicht, jeden Tag gibt es weitere Stellungnahmen aufgeregter Parteivertreter. Selders ist überzeugt davon, dass ein Großteil der Kevelaerer nach wie vor hinter ihm steht. "Etwa 80 Parteimitglieder und andere Bürger haben mir ihre Unterstützung zugesichert." Der innerparteiliche Zwist hatte sich an der nicht gänzlich aufgeklärten "Fax-Affäre" entzündet, in deren Folge Frank Wackers auf sein Ratsmandat verzichtet hatte.

Selders sei "erschüttert, wie durch einzelne Mitglieder vertrauliche Schreiben an die Öffentlichkeit gelangt" seien, klagte er gestern. Und zeigte sich kämpferisch: "Ich werde mich nicht fertigmachen lasen!" Jene Akteure schadeten nicht nur dem Vorsitzenden, sondern auch der Partei. Während Selders für den Fall einer Neuwahl des gesamten Vorstandes, die zweimal erfolglos beantragt wurde, seine erneute Kandidatur ausschloss, hat er sich inzwischen umentschieden. Bei der vorgezogenen Mitgliederversammlung am 5. März wird die Neuwahl des Vorsitzenden auf der Tagesordnung stehen. Ansonsten sollen nur die vakanten Posten nachgewählt werden.

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14 Tage lang gibt es keine Stellvertreter, denn wie berichtet haben CDU-Kreisgeschäftsstelle und Landesverband die Nachbesetzung der freien Posten beanstandet. Stellvertretende Parteivorsitzende können nur von der Mitgliederversammlung gewählt werde. Auch eine kommissarische Besetzung ist nicht möglich. Das hatte Paul Schaffers nach einem Gespräch mit dem CDU-Kreisgeschäftsführer Manfred Lorenz dem Kevelaerer Vorstand mitgeteilt, man hatte aber nicht danach gehandelt. "Thomas Selders hätte mich gerne aus der Sitzung heraus anrufen könne. Er hat mich aber auch in fünf Monaten ,Fax-Affäre' nicht um Rechtsauskunft ersucht", stellt Lorenz fest.

Thomas Selders räumte gestern ein, die Rechtslage nicht geprüft zu haben, und entschuldigte sich dafür. Nun soll formal alles geregelt ablaufen — Lorenz und der Landesverband haben die Tagesordnung der Mitgliederversammlung bereits abgesegnet. Für die freien Posten und das zur Wahl gestellte Amt kann jedes Mitglied kandidieren.

(RP/ac)
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