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Marloes Lammerts: Theaterchor geht in die zweite Runde

Marloes Lammerts : Theaterchor geht in die zweite Runde

Nach der fulminanten Premiere im April treten die Laiensänger wieder auf die Bühne. Aus den 80 sind 100 Leute geworden. Das Programm ist eine Mischung aus Schauspiel und Gesang. Die zweite Vorsitzende verrät schon ein bisschen.

Nach gut neun Monaten Pause nach der allseits gefeierten Premiere tritt der Theaterchor Niederrhein mit einem neuen Konzert auf. Was darf das Publikum erwarten?

Marloes Lammerts Das Thema ist Gala, es wird also sehr festlich. Als roter Faden geht es um Liebespost. Wir haben dazu ein richtiges Drehbuch. Unser Regisseur Peter van Aar vereint kurze Theaterstücke und Lieder miteinander. Als Intro haben wir "Close to you" von den Carpenters, später wird "Wie schön du bist" von drei jungen Damen gesungen. Es dreht sich also viel um die Liebe.

Was ist anders als bei der Premiere?

Lammerts Bei unserer Premiere haben wir als Neulinge noch mit recht einfachen Chorsätzen gearbeitet. Die Texte zwischendurch und auch die Musik sind anspruchsvoller. Das ist jetzt anders. Die meisten Chorsätze sind von Tom Löwenthal für uns arrangiert. Zum Beispiel wird "Wie schön du bist" vom Chor begleitet. Und natürlich wird alles wieder auswendig gesungen. Neu ist auch, das wir ein gemeinnütziger Verein sind. Spenden sind also willkommen, wir können Quittungen ausstellen.

Es gibt zwei Aufführungen im Konzert- und Bühnenhaus. Muss das Haus voll werden?

Lammerts Ja, und nicht nur, weil wir uns dann sehr darüber freuen würden. Es geht auch darum, dass die Musiker bezahlt werden müssen. Das sind alles Profimusiker. Wir nehmen Profis, weil wir nicht so viel Zeit für Proben haben. Die Profis haben das Notenblatt vor der Nase und können direkt spielen, was dort steht. Mit den Eintrittsgeldern werden auch die Miete für das Bühnenhaus, der Regisseur und die Firma Rockline, die uns verstärkt, bezahlt.

Beim ersten Auftritt waren es 80 Sänger, nun sind es 100. Kann man von einem festen Stamm reden?

Lammerts Ja. Wir singen aber oft nicht alle gleichzeitig. Die Lieder sind in Projekte aufgeteilt. Es gibt einen Frauenchor, das Projekt "Close to you" und vieles mehr. Jeder hat die Möglichkeit sich einzubringen, ob mit Theater, als Solosänger oder Quartett.

Was ist Ihre Aufgabe beim Theaterchor?

Lammerts Gemeinsam mit Christina Derix habe ich den Chor gegründet und bin die zweite Vorsitzende. Eigentlich wollte ich nur singen. Aber wer A sagt muss auch B sagen und so übernehme ich viel Organisatorisches. Wenn unser Regisseur sagt, er brauche rote Schals, dann sind die zwei Tage später da. Außerdem schickt der Regisseur alles auf Niederländisch und ich übersetze das ins Deutsche. Christina Derix macht den Feinschliff. Vereinsarbeit ist viel Arbeit, von der die Vereinsmitglieder nicht viel mitbekommen und der Außenstehende gar nichts sieht. Es ist viel, aber es macht immer noch Spaß!

Wer sollte zum Konzert im Januar kommen?

Lammerts Eigentlich alle, weil wir für jedes Alter etwas bieten. Wir bedienen verschiedene Genre, an dem Abend geht es durch alle Musikrichtungen. Es gibt Mozart, Musik der 1980er Jahre und mit "Der Postillon" geht es in die Operettenrichtung, Musik der 1920er, -30er Jahre, es ist alles dabei.

Rund 100 Sänger hat der Chor jetzt, eine wirklich stolze Zahl. Von woher kommen die alle?

Lammerts Aus Kerken, Grefrath, Uedem, Goch, aber der Großteil ist aus Kevelaer. Wir haben auch zwei junge Männer aus Eritrea, die bei uns schauen waren und mitsingen wollen, eine Rollstuhlfahrerin, also ist der Chor so eine Art gelebte Inklusion.

Ist noch Zuwachs möglich?

Lammerts Wir haben momentan einen Aufnahmestopp, außer für Männer. Frauen, tut mir leid, aber es geht nicht, der Raum gibt einfach nicht mehr her. Wir proben immer noch im Goldenen Apfel in Kevelaer und sind sehr dankbar für diese Möglichkeit.

Wie geht die Liebesgeschichte denn nun aus? Gibt es ein glückliches Ende?

Lammerts Ne, da sage ich jetzt nichts zu. Die Hauptsache ist und bleibt der Liebesbrief im Stück.

DIE FRAGEN STELLTE BIANCA MOKWA.

(RP)