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Kevelaer: Tempo 30 soll Raser bremsen

Kevelaer : Tempo 30 soll Raser bremsen

Anwohner aus Wetten haben sich an die Stadt gewandt und weisen auf die gefährliche Situation auf der Veerter Straße hin. Dort würden die Autos viel zu schnell fahren. Vor allem, wenn sie den Ort verlassen.

Eins haben die Kinder bereits erreicht: Durch ihren Besuch in der letzten Ratssitzung des Jahres hatten sie das Durchschnittsalter locker um die Hälfte reduziert. Mit ihren Eltern und Transparenten waren die Knirpse gekommen, um dafür zu werben, dass die Autos langsamer durch Wetten fahren. Ein Protest, der einen echten Farbtupfer im sonst oft drögen Sitzungsalltag setzte. Die Eltern trugen ihre Fragen vor und erläuterten noch einmal die Situation, über die sie bereits bei einem Vorgespräch mit dem Bürgermeister gesprochen hatten.

Andre Krahnen etwa wohnt in der Glückstraße. Vor sieben Jahren hat die Familie dort gebaut. Die Kinder müssten fast täglich die gefährliche Straße kreuzen. „Das Tempo der Fahrzeuge ist viel zu hoch, vor allem von den Autos, die fast mit 100 Stundenkilometern zum Ort herausfahren“, sagt er. Dabei gebe es an der Straße viele sensible Punkte. Diese haben Stefan Bongers und Lars Hendrix im Namen der Anlieger in einem Brief an die Verwaltung aufgelistet: Die Glückstraße als „Spielstraße“ mündet unmittelbar an die Veerter Straße am Ortseingang. Wegen dieser Lage würde dort besonders schnell gefahren. Auch die Seeger Heide als „Spielstraße“ münde auf die Veerter Straße. Die Grundschule liege dort, auch die Bushaltestellen, die für die Schulkinder zu „Stoßzeiten“ sehr voll seien, befinden sich unmittelbar an der Veerter Straße in beiden Fahrtrichtungen. Auch die Zufahrt zur Feuerwehr liegt in dem Bereich, ebenso das Hospiz.

 Kinder und Anwohner kämpfen für Tempo 30 in Wetten auf der Veerter Straße.
Kinder und Anwohner kämpfen für Tempo 30 in Wetten auf der Veerter Straße. Foto: Latzel
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Um das Tempo zu drosseln, fordern die Anlieger eine Tempo-30-Zone. Nach dem Gespräch mit dem Bürgermeister und dem Eindruck im Rat haben die Eltern bislang einen recht positiven Eindruck. „Ich finde, es ist ganz gut gelaufen“, sagt Krahnen. Die Fragen seien beantwortet worden, man habe den Eindruck, dass die Stadt die Sorgen der Anlieger ernst nehme.

Bürgermeister Dominik Pichler erläuterte, dass die Kreispolizei bis zum Ende des Jahres Geschwindigkeitsmessungen in dem Bereich vorgenommen hat, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Diese Daten sollen jetzt ausgewertet werden. Zu den Ergebnissen soll es im Januar ein Gespräch mit den Anwohnern geben. Doch bereits in der Ratssitzung hatte Pichler klar gemacht: „Das ist eine Kreisstraße.“ Für Lösungen muss das Einvernehmen mit dem so genannten Straßenbaulastträger (also dem Kreis) und der Polizei hergestellt werden.

In diesem Fall werde die Stadtverwaltung auf jeden Fall die Möglichkeit prüfen, ob die Ortseinfahrt nicht durch Umbauten entschärft werden kann. Auch mit dieser Lösung könnten die Anlieger wohl leben, heißt es. Wichtig sei, dass die Autos dazu gebracht werden, langsamer zu fahren, damit der Abschnitt sicherer für die Kinder wird.

Die Klagen der Anwohner über die Situation sind auch der Polizei bekannt. „Es gab bei uns schon Beschwerden, wir nehmen daher regelmäßig Tempomessungen in dem Bereich vor“, erläutert Michael Ermers, Sprecher der Kreispolizei.