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Spinnen- und Reptilienschau in Kevelaer: Grüne finden sie „unsäglich“

Tierwelt in Kevelaer : Spinnen- und Reptilienschau: Grüne finden sie „unsäglich“

Brechend voll war die XXL-Spinnen- und Insektenausstellung im Konzert- und Bühnenhaus. Viele Besucher sahen sich die Krabbeltiere an, ganz Mutige nahmen sogar dicke Vogelspinnen auf die Hand. Weniger Spaß an der Veranstaltung hatten die Grünen in Kevelaer.

Im Hauptausschuss fragte Ulrich Hünerbein-Ahlers zu dem Thema kritisch nach. Er erinnerte daran, dass sich der Rat vor einiger Zeit darauf geeinigt hatte, aus Tierschutzgründen keinen Zirkus mehr mit lebenden Tieren in der Stadt gastieren zu lassen. Diese Vereinbarung müsse aus seiner Sicht auch für das Bühnenhaus gelten.

Die XXL-Spinnenschau sei eine „unsägliche Veranstaltung“ gewesen. Auch Insekten seien Tiere, auf die man Rücksicht nehmen müsse. Zudem seien Tiere nicht nur ausgestellt, sondern auch verkauft worden. Angeboten wurden Stabheuschrecken, für die Grünen ein Unding, sie sprachen ironisch von „Stabheuschrecken to go“.

Bürgermeister Dominik Pichler erläuterte, dass er zu der Veranstaltung nichts sagen könne. Er sei selbst nicht dagewesen und kenne die Show nur von den Plakaten. Einen Verstoß gegen die Vereinbarung konnte er aber nicht sehen. „Ich finde, dass es zwischen so einer Veranstaltung und einem Zirkus noch einen Unterschied gibt.“ Auch das Tierschutzgesetz unterscheide zwischen Wirbeltieren und Wirbellosen. Die Grünen verwiesen darauf, dass es ihres Wissens auch Eichhörchen zu sehen gab. Die waren allerdings ausgestopft. Lebendig war dagegen ein Chamäleon — und das gehört zu den Wirbeltieren.