Einsatz in Kevelaer: Spektakuläre Übung in Kevelaer

Einsatz in Kevelaer : Spektakuläre Übung in Kevelaer

Die Löschzüge Wetten und Winnekendonk testeten gemeinsam ihre Schlagkraft. Die Feuerwehrleute hatten die Aufgabe, zwei Personen aus einem Autowrack zu befreien. Das Fazit fällt positiv aus.

Die Szenerie, die sich den Feuerwehrleuten am Gewerbering in Kevelaer bot, war dramatisch: Ein Peugeot ist unter die Schaufel eines Traktors gekommen. Im Kleinwagen sind zwei Personen eingeklemmt, sie scheinen schwer verletzt zu sein. Selbst befreien können sich sich aus dem Wrack nicht. Schnelle Hilfe ist nötig.

Glücklicherweise war dieser Unfall nur simuliert und sollte die Einsatzbereitschaft der Löschzüge Wetten und Winnekendonk testen. Die Rettung aus dem Wagen war nämlich die Aufgabe der angekündigten Übung, der sich 35 Einsatzkräfte jetzt stellten.

„Ziel war vor allem das Zusammenspiel der beiden Löschzüge unter realen Bedingungen zu üben“, erläutert Feuerwehrsprecher Markus Rademacher. Angenommen wurde, dass ein PKW und ein Traktor frontal zusammen gestoßen waren. Feuerwehrleute aus Winnenkondonk spielten die beiden „Verletzten“ im Wagen, die gerettet werden mussten. Sie seien eingeklemmt aber ansprechbar – so lautete die Ausgangslage für die Übung.

Wichtig war hier, dass sich die beiden Löschzüge abstimmten. Denn die Rettung sollte von beiden Fahrzeugseiten passieren und dabei war darauf zu achten, dass die Aktionen entsprechend abgesprochen waren.

Die Wettener kümmerten sich um den Fahrer, der schwerer „verletzt“ war und daher besonders schnell Hilfe brauchte. Die Feuerwehrleute öffneten die Tür mit Hilfe des hydraulischen Spreizers. Anschließend vergrößerten sie die Öffnung mit der Säbelsäge. Bei der Rettung achteten die Feuerwehrleute darauf, dass die Wirbelsäule geschont wird.

Um den Beifahrer kümmerten sich zu gleicher Zeit die Winnekendonker Wehrleute. Sie entfernten die Beifahrertür mit dem Spreizer. Da der Frontlader des Treckers auf das Dach des PKW drückte, wurde es mit einem hydraulischen Stempel abgestützt. Der Frontlader wurde zusätzlich mit Spanngurten gegen Absinken gesichert, zeitgleich wurde die Frontscheibe mit der Glas säge entfernt. Die Kofferraumklappe wurde ebenfalls entfernt. Um an den Verletzten zu kommen schnitten die Feuerwehrleute auch das Dach ab. Sie konnten ein so genanntes Spineboard (Rettungsbrett) unter den Körper des Patienten schieben und ihn aus dem Auto befreien.

„Da die Rettung von beiden Seiten gleichzeitig erfolgte, mussten sich die Löschzüge gut abstimmen. Denn wenn ein Trupp etwa den Spreizer einsetzt, kommt es zu Erschütterungen, die auch Auswirkungen auf den Einsatz auf der anderen Seite haben“, berichtete der Feuerwehrsprecher. Das Fazit der Einsatzleitung und der Beobachter fiel nach der Übung positiv aus. „Die Rettung der Patienten und Zusammenarbeit der beiden Löschzüge hat reibungslos funktioniert, alle Beteiligten waren mit dem Verlauf sehr zufrieden“, sagt Rademacher. Ein Dank gehe an die Organisatoren des Übungsabends.

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