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SPD stärkt Bürgermeister Dominik Pichler in Kevelaer den Rücken

Vor der Kommunalwahl in Kevelaer : SPD stärkt Pichler den Rücken

Bürgermeister Dominik Pichler will aus dem Amt heraus kandidieren. Die Unterstützung der SPD hat er sicher. Die Genossen sprachen ihm bei der Aufstellungsversammlung im Konzert- und Bühnenhaus das Vertrauen aus.

Mit einer absoluten Mehrheit, teilweise einstimmig, wurden alle 17 Kandidaten der Kevelaerer SPD für die Wahlbezirke der Wallfahrtsstadt und ihre Ortschaften aufgestellt. Auch bei der Wahl der Kandidaten für die 20 Reservelistenplätze gab es keinen Streit unter den Sozis. Das war in der fernen Vergangenheit schon mal anders. „1989 mussten wir für Platz 10 und 12 in sechs Wahlgänge gehen“, erinnert sich der Wahlleiter des Abends und ehemalige NRW-Landtagsabgeordnete (2005-2010) Norbert Killewald schmunzelnd. Streit hingegen gab es beim Thema SPD-Wahlprogramm. Das sei bis dato noch nicht an die Mitglieder ausreichend kommuniziert worden. Der SPD-Vorsitzende Ulli Hütgens versicherte jedoch, dass das Wahlprogramm nahezu in der finalen Fassung sei und ein Austausch darüber auf der nächsten Mitgliederversammlung stattfinden solle. Für die relativ späte Kommunikation des Wahlprogramms sei unter anderem die zweimonatige Kontaktsperre ein Grund, erklärte Killewald. Veröffentlichen wolle man das Wahlprogramm derzeit aus strategischen Gründen sowieso nicht. Die politischen Gegner sollen das SPD-Programm derzeit noch nicht erfahren, so Killewald.

Unter einem Tagesordnungspunkt wurde auch die Unterstützung der SPD Kevelaer für eine Kandidatur Dominik Pichlers, der aus dem Amt des Bürgermeisters heraus erneut kandidiert, abgefragt. Einstimmig bekundeten die 28 Wahlberechtigen ihre Unterstützung.

In einer 24-minütigen Rede zog der selbstbewusste Bürgermeister ein erstes Fazit der sich dem Ende neigenden Wahlperiode. Im Jahr 2015 hatte Pichler mit nur 80 Stimmen den damals haushohen Favoriten der CDU, Axel Stibi, aus dem Chefsessel der Stadt werfen können. Damals war das eine echte Überraschung, Pichler schien vorher kaum Chancen zu haben. Die Vorzeichen sind jetzt anders: In diesem Jahr will Pichler ein eindeutigeres Ergebnis erzielen. Doch weiß er ganz genau, dass man den Außenseiter nie unterschätzen sollte, und verwies dabei nicht nur auf den Wahlkampf 2015, sondern zog auch Vergleiche zum Tag des „Weltpokalsiegerbesiegers“ 2002, als der FC St. Pauli den Rekordmeister mit 2:1 besiegte.

Am Sonntag, 13. September, ist der Tag der Wahrheit. Doch nicht nur für Pichler. Auch der derzeitige erste Mann der Gemeinde Bedburg-Hau hat große Ziele. Der 64-jährige Peter Driessen will die Geschicke des Kreises Kleve leiten: „Ich will ein anderer Landrat sein“, versicherte er. Bereits im Juli 2019 hatte er seinen Hut als Landratskandidat in den Ring geworfen. Auch scheute sich Driessen nicht, auf der SPD-Versammlung Spitzen gegen den amtierenden Hauptverwaltungsbeamten des Kreises, Wolfgang Spreen, zu verteilen. „Unser Landrat ist der kommunalen Familie nicht wohlgesonnen“, meint er. Er wünsche sich einen Landrat, der „mit der kommunalen Familie gut zusammenarbeitet“, so Driessen. Er wolle als Landrat führungsstark Projekte wie die RE10-Thematik anschieben. „Ich will Streit; wenn er nicht beleidigend ist, ist er etwas, was mich nach vorne bringt“, so Driessen. Die SPD wird in diesem Jahr keinen eigenen Landratskandidaten aufstellen, sondern den parteilosen Driessen unterstützen. Zudem hofft der erste Mann Bedburg-Haus noch auf die Unterstützung durch die FDP und Teile der Grünen.

Eins ist sicher: Der „kontaktlose Wahlkampf“ wird für die SPD, Pichler und Driessen ein absolutes Novum darstellen.