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SPD fordert Geld für Streetworker in Kevelaer

Haushalt in Kevelaer : SPD will Streetworker für Kevelaer

Die Fraktion befasste sich intensiv mit dem Haushaltsentwurf. Gefordert werden unter anderem auch bezahlbarer Wohnraum und Tempo 30.

Die Haushaltsberatungen der Fraktionen sind in vollem Gange. Jetzt traf sich auch die SPD, aufgrund der Pandemie-Lage online, zu einer Klausurtagung, um über das Zahlenwerk der Wallfahrtsstadt zu diskutieren. Auf Einladung der SPD-Fraktion erläuterte Kämmerer Ralf Püplichuisen den Haushaltsentwurf und beantwortete kompetent und kurzweilig Fragen der Fraktionsmitglieder.

Püplichuisen stellte dar, dass im Haushalt aus unterschiedlichen Gründen wie der Pandemie, den verminderten Schlüsselzuweisungen, erhöhter notwendiger Personalaufwendungen und wichtiger Baumaßnahmen im Gegensatz zu den Vorjahren in Kevelaer kein positives Ergebnis erzielt werden könne. Die Prognosen für die nächsten Jahre sähen nicht besser aus. Auf Nachfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Norbert Baumann bestätigte der Kämmerer, dass zusätzliche Investitionen etwa für die Grundschulen und das Schulzentrum noch hinzukämen.

Die Fraktion konstatierte, dass nicht nur die Stadt finanzielle Probleme bekommt, sondern auch die Bevölkerung durch die Pandemie erheblich zu leiden hat. So wird in einem der Anträge die Verwaltung aufgefordert, bezahlbaren Wohnraum für Kevelaerer zur Verfügung zu stellen. Es könne nicht sein, dass beispielsweise eine alleinerziehende Krankenschwester nicht mehr in Kevelaer wohnen könne, weil sie die hohe Miete nicht aufbringen kann. In neuen Wohnbaugebieten, Mehrfamilienhäusern, aber auch in Altbauwohnungen müsse ein Anteil von mindestens 30 Prozent als bezahlbarer Wohnraum deklariert und entsprechend unterstützt werden.

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Aber nicht nur die erwachsenen Kevelaerer würden unter der Pandemie leiden, sondern gerade die Kinder und Jugendlichen hätten in den vergangenen zwei Jahren eine sehr schwierige Zeit gehabt. Hier müsse das Augenmerk gerade auf die Schwächsten gelegt werden. „Gerade Kinder und Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen drohen abzudriften und eventuell sogar in der kriminellen Szene zu landen“, so die SPD. Ein „Streetworker“ für Kevelaer könnte hier für Abhilfe sorgen.

Die SPD-Fraktion fordert auch für alle Kevelaerer Bürger und Besucher einige positive Veränderungen. Eine Entschleunigung der Kevelaerer Innenstadt (Tempo 30), Wasserspenderanlagen und Bänke an den Trimmpfaden und auch die Bestellung eines Beauftragten für die Kevelaerer Spielplätze käme allen Bürgern zugute. Für die Besucher der Stadt beantragt die SPD-Fraktion, Rollatoren und Rollstühle zur Verfügung zu stellen, damit auch Gehbehinderte alle Ecken von Kevelaer genießen können.

(RP)