Winnekendonk: Sommerspaß beim „Blindkick“-Turnier

Winnekendonk : Sommerspaß beim „Blindkick“-Turnier

Drei Leute pro Mannschaft: Der Torwart und der Spieler haben spezielle Brillen auf, mit denen sie absolut nicht sehen können. Von außerhalb des kleinen und mit Strohballen abgegrenzten Feldes kann das dritte Teammitglied Befehle und Richtungsanweisungen geben.

Der Rest ist pures, unterhaltsames Spaß-Chaos namens „Blindkick“. Seit einigen Jahren wird das Sommerevent nun in Winnekendonk vom Kegelclub „Projekt Promille“ durchgeführt. Etwas Unterstützung gibt es durch den Sportverein Viktoria Winnekendonk. Das Wichtigste aber ist das Mitbringen von guter Laune. Der Rest kommt beim „Blindkick“ von selbst.

Erneut waren am Samstag am Viktoria-Sportpark zwölf Mannschaften am Start. „Das ist die aktuelle Obergrenze, was wir bei nur einem Spielfeld machen können, ansonsten zieht sich das Ganze zu lang“, erklärte Schiedsrichter und Mitorganisator Patrick Kempkes. „,Blindkick‘ macht einfach Spaß, weil man keine Fußballkenntnisse haben muss. Das sieht man auch daran, dass einige Frauenmannschaften mit dabei sind. Da entstehen schon einige kuriose Szenen.“ Die Spielerinnen des Frauen-Teams „Die Rechts-Links-Schwäche“ hielten cool dagegen: „Männer können genauso schlecht spielen wie Frauen“, meinte Alicia Maneef.

Apropos Fußballer, erklärte Team-Mitglied Chantal Boers mit einem Lachen: „Hier in der Gruppe sind wir alle Spielerfrauen.“ Wie bei vielen Gruppen wechseln die Positionen auch bei ihnen immer wieder, und Boers hatte zuletzt die Anweisungen gegeben: „Ich habe vier Minuten lang durchgeschrien, das ist anstrengender, als ich gedacht hätte.“ Julia Bongertmann stand im Tor und erklärte: „Ich habe mich da schon sehr verloren gefühlt, als ich blind war. Ich hab den Pfosten nicht mehr gefunden.“

Sie spielten im Turnier unter anderem gegen „Die Bergkamp-Brüder“, die Gewinner aus dem vergangenen Jahr. Die Truppe ist in unterschiedlicher Besetzung bereits seit vielen Jahren mit dabei. „Das Wichtigste ist die Koordination, aber schnell wird das dann auch einfach nur Chaos“, sagte Ralf van Mill mit einem Lächeln auf den Lippen. Und sein Sohn Lars fügte hinzu: „Es ist halt immer schwer, abzuschätzen, wo jetzt jemand ist.“ Doch die Gruppe hat auch ein Geheimnis: „Es wird vorher nicht trainiert, das geht sonst in die Hose“, meinte Gerd-Heinz Wellesen lachend. „Für lustige Tore braucht man kein Fußballkönnen. Man macht sich zum Affen, aber das ist egal und gehört zum Spaß dazu.“

Doch es gibt noch mehr Dinge, die zum „Blindkick“ dazu gehören. Zum Beispiel kleine Spiele, die jedes Jahr wechseln. Dieses Jahr gab es „Das blinde Dosenschießen“. Auch findet immer eine Tombola mit Gutscheinen und kleinen Preisen statt, die von Läden aus Kevelaer und Winnekendonk gesponsort werden. Eine weitere wichtige Tradition ist das Sammeln für den guten Zweck, denn am Ende des Tages wurden 550 Euro für den Kindergarten St. Urbanus gespendet. Den dritten Platz beim „Blindkick“ belegten „The Running Gags“, Zweiter wurden die „Kevelaer Kings“, und den ersten Platz konnte sich das Team vom St.-Urbanus-Kindergarten sichern.

Wer im nächsten Jahr mit dabei sein möchte, muss zeitig zur Stelle sein, denn auch in diesem Jahr war gut zwei Monate vor dem Termin kein Platz mehr für neue Teams.