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So war die Dackelwallfahrt am Noah-Brunnen in Kevelaer

Wallfahrtsstadt Kevelaer : Mit dem Dackel auf Wallfahrt gehen

Der Deutsche Teckelclub Gruppe Niederrhein machte sich auf den Weg nach Kevelaer. Die Segnung am Arche-Noah-Brunnen stellte den Höhepunkt dar. Bastian Rütten erklärte die Besonderheit der Veranstaltung.

Es ist eigentlich alles hergerichtet für eine perfekte Segnung am Arche-Noah-Brunnen in Kevelaer. Die Sonne scheint, die Kirchenglocken läuten und die Pilger stehen schon alle bereit. Jedoch fängt es nur wenig später an zu regnen. „Die paar Tropfen sind ein Segen von oben“, bleibt Dr. Bastian Rütten optimistisch.

Der theologische Referent der Wallfahrtspfarrei St. Marien führt nun schon bereits zum dritten Mal die Segnung der Dackel durch und trotzt dabei allen Widrigkeiten mit gelassener Souveränität.

Das zwischenzeitliche doch recht starke Bellen der Hunde, kontert er einfach indem er etwas lauter spricht. „Wenn man sich auf eine Segnung mit Lebewesen einlässt, muss man auch das Leben erwarten“, lautet Rüttens Kommentar dazu.

Auch viele der Teilnehmer an diesen Samstag lassen sich kaum von der Geräuschkulisse stören, die diese besondere Wallfahrt mit sich bringt. Denn die Gäste, die diesmal im Mittelpunkt stehen, haben nicht zwei, sondern vier Beine.

Zum bereits elften Mal hatte die Gruppe Niederrhein des Deutschen Teckelklubs die Dackelwallfahrt veranstaltet. Das Ehepaar Overhage war die letzten fünf Male dabei. Dabei sind sie nicht nur sprichwörtlich in dieser Sache gewachsen. „Als wir zum ersten Mal hier waren, war unser Dackel noch ganz klein“, berichtete Bernd Overhage.

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Und sie sind nicht die einzigen, dessen Haustier quasi mit den Segnungen groß geworden sind.

Viele der Anwesenden kommen öfters nach Kevelaer und nehmen dabei auch durchaus größere Anreisen auf sich. „Wir hatten dieses Jahr Leute aus Düsseldorf und Heinsberg dabei“, erzählte Dorothee Rosendahl vom DTK-Niederrhein.

Die Pressesprecherin des Vereins blickt auch auf die Entstehung der Wallfahrt zurück: „Wir hatten ein Mitglied im Verein, die privat schon mal eine Dackelwallfahrt gemacht hat. Da haben wir uns gedacht das ist eine schöne Sache, das machen wir ab jetzt gemeinsam, immer in Begleitung eines Geistlichen“.

Dieses Jahr war das der Diakon Ludger Funke aus Alpen. Gemeinsam mit den Teilnehmern startete er am Parkplatz vor dem Bühnenhaus und ging den Kreuzweg ab. Dabei machte die Gruppe an verschiedenen Stationen Halt, an denen Funke predigte.

Die letzte Station der Pilger war an diesem Tag der Arche-Noah-Brunnen in der Nähe der Gnadenkapelle. Diese Kapelle und vor allem ihr wertvolles Innenleben benutzte Bastian Rütten für einen Vergleich zur Dackelwallfahrt. „Der Dackel ist sicherlich nicht der größte Hund. Aber auch das Gnadenbild ist ganz klein, begegnet einem aber auf Augenhöhe“, betonte der Geistliche. Es kommt eben nicht auf die Größe an, sondern was im Verborgenen steckt. Und bei der Wallfahrt der munteren Vierbeiner ging es eben auch um das gemeinsame Glaubenserlebnis.

Den Sinn einer solchen Wallfahrt beschrieb Rütten wie folgend: „Eine Segnung ist nicht wie eine Haftpflichtversicherung für den Hund. Dennoch ist die Gewissheit schön, dass Gott seine schützende Hand über die Dackel hält.“

Rütten fügte noch an: „Das so viele Leute zusammenkommen die gleich ticken. Das macht eine Wallfahrt aus“.