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Kevelaer: So spart Kevelaer eine Million Euro

Kevelaer : So spart Kevelaer eine Million Euro

Kindergartenplätze sollen teurer werden, Vereine könnten die Leistungen des Bauhofs bezahlen, meint die Kevelaerer Stadtverwaltung. Sie will pro Jahr eine Million Euro sparen – die Reaktionen der Fraktionen sind unterschiedlich.

Kindergartenplätze sollen teurer werden, Vereine könnten die Leistungen des Bauhofs bezahlen, meint die Kevelaerer Stadtverwaltung. Sie will pro Jahr eine Million Euro sparen — die Reaktionen der Fraktionen sind unterschiedlich.

Die Sommerpause war lang, und noch viel länger hatten Kevelaers Kommunalpolitiker mit dem Thema Rathausbau zu tun. Dabei gibt es viele andere wichtige Themen, die der Entscheidung harren. So muss der Rat demnächst zum Beispiel über die von der Verwaltung ausgearbeitete Sparliste entscheiden. Rund eine Million Euro möchte Kämmerer Ralf Pueplichuisen pro Jahr einsparen, um den Haushalt zu entlasten. Das Thema steht im Haupt- und Finanzausschuss am 15. November an. Die Reaktionen der Fraktionen sind unterschiedlich.

Hubert van Meegen erklärt, seine CDU-Fraktion trage die meisten Vorschläge mit. Zwei allerdings nicht: Die Saisonbepflanzung (19 000 Euro pro Jahr) soll beibehalten werden. "Nur" pflegeleichte Wildkräuter sind den Christdemokraten zu wenig. "Insbesondere in der Innenstadt wollen wir den Bürgern und Besuchern ein schönes Bild bieten." Aus dem gleichen Grund — und weil das Ehrenamt unterstützt werden müsse — möchte die CDU auch, dass die Mitarbeiter des Betriebshofs weiter die Anlagen von Vereinen und Kirche unterstützen (80 000 Euro). Ein gut gepflegter Kapellenplatz als Zentrum der Wallfahrt hat schließlich auch mit Wirtschaftsförderung zu tun.

Ralf Angenendt, der Fraktionsvorsitzende der SPD, will seiner Fraktion nicht vorausgreifen — er wisse noch nicht, was die Kollegen dächten. Namensvetter Heinz-Peter Angenendt von den Grünen betont: "Auf keinen Fall werden wir dem Versuch zustimmen, die Eltern durch höhere Kindergartenbeiträge zu belasten." Obwohl dies 10 000 Euro pro Jahr bringen könnte. Er moniert, dass "katalogweise Minibeträge" auf dem Prüfstand stehen. Dabei wäre es seiner Ansicht nach doch so einfach, zu sparen: einfach kein oder ein deutlich billigeres Rathaus bauen. Viele der Positionen, die Kämmerer Pueplichuisen zusammengestellt hat, findet er akzeptabel, anderes problematisch. Beim Thema Bauhof etwa ist er mit der CDU einer Meinung. Derzeit kann man dessen Mitarbeiter zum Beispiel dabei beobachten, wie sie haufenweise Laub vom Kapellenplatz saugen.

Wallfahrt und Fremdenverkehr gehören ausgesprochen eng zur Stadt Kevelaer. Dennoch: Die Verwaltung sieht auch in diesem Bereich ein theoretisches Einsparpotenzial.

In Kevelaer spielt die Kultur und ganz besonders die Musik eine große Rolle. Andererseits gibt es nicht nur ein städtisches, sondern auch ein kirchliches Konzertangebot und aktive Vereine. Deshalb wagt der Kämmerer auch diese Position auf die Liste zu setzen: die Klassische Konzertreihe. Im ersten Jahr 7500, in den Folgejahren je 15 000 Euro könnten so im Etat verbleiben. Ruth Keuken, in Kevelaer auch Kultur und Freizeit zuständig, macht sich keine Illusionen. "Ich weiß, dass sehr ernsthaft darüber nachgedacht wird, die klassische Reihe aufzugeben. Und das ist sicher eher möglich, als sich von einer der anderen Sparten zu trennen." Die Nachfrage sinkt ständig — der Bereich ist deutlich defizitär.

In einem Punkt wird wenig Widerstand erwartet: an einigen Brückentagen soll die Stadtverwaltung komplett geschlossen werden, damit die Mitarbeiter ihre Überstunden abfeiern. So müssen sie nicht ausbezahlt werden.

(RP)