1. NRW
  2. Städte
  3. Kevelaer

So plant Weeze den Hochwasserschutz für die Zukunft

Investitionen in die Zukunft : So wappnet sich Weeze gegen den Starkregen

Der 29. Juni hatte die Feuerwehr mehrere Stunden in Atem gehalten. Grund waren die Wassermassen, die Bereiche in eine Seenlandschaft verwandelten. Das soll nicht mehr passieren.

Die heftigen Regenfälle vom 29. Juni werden viele in Weeze nicht so schnell vergessen. Der Himmel öffnete die Schleusen und setzte viele Keller unter Wasser. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

Besonders heftig war es an der Weller Straße. Dort konnte das Regenrückhaltebecken die ganzen Wassermassen nicht mehr bewältigen. Das Becken lief über, das Wasser verwandelte Bereiche in eine Seenlandschaft. Das Wasser drang in mehrere Wohnbereiche von Häusern ein und drohte außerdem, eine Trafostation zu überfluten.

Der Keller wurde von der Feuerwehr leergepumpt. Den Transformator sicherte die Feuerwehr mit Sandsäcken. Mitarbeiter des Netzbetreibers wurden informiert, die sich des Transformators annahmen. Das Wohnhaus wurde zudem ebenfalls mit Sandsäcken vor dem Wasser geschützt. Die Feuerwehr Weeze war insgesamt sieben Stunden im Einsatz. Insgesamt füllte die Feuerwehr mit Unterstützung des Bauhofs Weeze rund 200 Sandsäcke.

 Die Kapazität der Anlage an der Weller Straße reichte bei dem Starkregen im Juni nicht aus.
Die Kapazität der Anlage an der Weller Straße reichte bei dem Starkregen im Juni nicht aus. Foto: Latzel

Der Vorfall war für die Gemeinde der Anlass, die Situation am Regenrückhaltebecken untersuchen zu lassen. Zumal wegen des Vorfalls auch bereits die Versicherung eingeschaltet werden musste. Zur Vermeidung weiterer Schäden hat die Gemeinde ein Ingenieurbüro damit beauftragt, das Regenbecken auf seine Funktionsfähigkeit zu überprüfen, um für künftigen Starkregen gerüstet zu sein. „Es gibt die Überlegung, die Kapazität des Regenrückhaltebeckens zu vergrößern“, erläutert Weezes Bürgermeister Georg Koenen. Dazu hat es bereits Gespräche mit dem Fachbüro geben.

  • Fürs Neubaugebiet in Karthausen ging es
    Neubaugebiet in Radevormwald : Straßen- und Kanalerschließung für Karthausen
  • In der Klimaschutzsiedlung am Mühlenberg wird
    Neues Management : Wasser wird in Kleve immer kostbarer
  • Mit ein Anlass für die Entwicklung
    Klimawandel im Kreis Viersen : Besser gewappnet für Starkregen

Gleichzeitig wolle man Kontakt zu Landwirten aufnehmen, um zu klären, ob es möglich ist, Flächen zu bekommen. Die sollen genutzt werden, um das Wasser bei solchen Extremereignissen besser zurückhalten zu können. „An dem Tag ist unheimlich viel Wasser auf einmal an ganz bestimmten Stellen heruntergekommen, die Massen konnte die Anlage nicht fassen“, sagt der Bürgermeister.

Die ersten Gespräche mit den Landwirten für zusätzliche Überflutungsflächen hätten stattgefunden, so Koenen.

Das Regenrückhaltebecken liegt an der Weller Straße in der Nähe des Kreisverkehrs. Die Anlage dient zur Reinigung und zum Speichern von Regenwasser. Das angeschlossene Einzugsgebiet umfasst etwa 100 Hektar. Der Teich der Anlage kann 5000 Kubikmeter Wasser aufnehmen, das Regenrückhaltebecken noch einmal 7500 Kubikmeter. Das Unwetter vom 29. Juni hatte eindrucksvoll gezeigt, dass die Kapazitäten des Regenrückhaltebeckens bei Starkregen inzwischen nicht mehr ausreichen. Zumal wegen des Klimawandels damit zu rechnen ist, dass es auch in Zukunft immer wieder zu solch heftigen Regenfällen kommen kann.