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Kevelaer: Seifert-Orgel für Goch: Pfarre sammelt auch D-Mark

Kevelaer : Seifert-Orgel für Goch: Pfarre sammelt auch D-Mark

Zehn – nicht Euro, sondern Mark. Was für ein schöner Schein war das. Die fünf Euro, die er heute wert ist, freuen den Orgelbauverein St. Maria Magdalena Goch. Kleinvieh macht sprichwörtlichen Mist. Und die Schale mit den (noch wenigen) Scheinen und den (schon vielen) kupfer- und silberfarbenen Münzen ist schon ganz schön schwer geworden. Der Orgelbauverein bittet um Spenden, nun gezielt auch um D-Mark-Münzen und Scheine, die noch in so manchem Haushalt ihr erzwungenes Schattendasein in Kästen und Schubladen fristen. Die Aktion läuft noch zwei Wochen. 300 Mark sind schon in den ersten Tagen zusammengekommen. Die D-Mark-Spenden sollen mit dazu beitragen, die bei der Kevelaerer Firma Seifert in Auftrag gegebene Orgel zu finanzieren.

Arnold-Janssen-Pfarrer Günter Hoebertz greift in die Schale, zeigt die alten Scheine, die neueren, die vom Euro direkt abgelöst wurden. Und: Er zeigt auch einen ganz alten Schein. Hoebertz: "Laut Aufdruck stammt er vom 9. Dezember 1948. Er trägt noch den Aufdruck ,Bank deutscher Länder', hat noch seinen Nennwert von 50 Mark, umgerechnet also 25 Euro. Aber wir alle sind uns sicher, dass er, weil diese Banknoten so selten geworden sind, bei Sammlern einen deutlich höheren Wert hat. Es wäre also schade, ihn einfach wie die anderen D-Mark-Noten bei der Bank einzutauschen." (Angebote für den frühen bundesrepublikanischen Fünfziger an das Pfarrbüro St. Arnold Janssen, Kirchhof 10, in Goch, Telefon 02823 928750.)

D-Mark? Gibt es offenbar noch in vielen Familien. Hoebertz: "Unser Gedanke war: Vielfach sind es nur kleine oder ganz kleine Beträge, Geld, das niemand mehr umtauscht in Euro, denn das ist ja nicht mehr ganz so einfach und daher zeitaufwendig. Die Summe der kleinen Beträge aber macht dann einen größeren, mit dem schon wieder einige Orgelpfeifen bezahlt werden können." Die Bitte der Pfarre und des Orgelbauvereins daher: D-Mark-Beträge, die man noch zu Hause hat, einfach in einen Opferstock oder bei der Kollekte ins Körbchen werfen. Und wenn es größere Beträge sind? "Für sie stellen wir selbstverständlich Spendenbescheinigungen aus, die den heutigen Wert in Euro-Beträgen angeben", so Hoebertz. "Nun hoffen wir, dass sich noch viele an der D-Mark-Aktion beteiligen und mit wenig Aufwand ein möglichst großer Erfolg erzielt wird."

Den braucht die Gemeinde auch. 297 000 Euro sind bislang zusammengekommen. 670 000 müssen es bis zum Schluss werden.

(RP)