Schulausschuss Kevelaer spricht für den „verlässlichen Halbtag“

Kommunalpolitik und Schulleben : Kevelaer will den verlässlichen Grundschul-Halbtag „testen“

Über die Einführung eines „verlässlichen Halbtags“ (VHT) in allen Grundschulen der Stadt Kevelaer und den Ortschaften beriet der Sport- und Schulausschuss der Stadt in seiner Sitzung am 6. Mai.

Verlässlicher Halbtag meint die Betreuung in der Zeit von 11.30 bis 13.15 Uhr.

Grundschüler haben oft schon vor der Mittagszeit Schulschluss, gerade in den ersten beiden Klassen. Wenn sie nicht an der offenen Ganztagsschule (OGS) teilnehmen, ihre Eltern aber halbtags berufstätig sind, ist das in vielen Familien ein organisatorisches Problem.

Obwohl die erste Abfrage bei den Eltern einen scheinbar zu geringen Bedarf ergab, entschied sich der Ausschuss dafür, dem Rat zu empfehlen, für das kommende Schuljahr den verlässlichen Halbtag testweise anzubieten.

Seit fünf Jahren bieten zwei Kevelaerer Schulen den verlässlichen Halbtag an, die St.-Antonius-Grundschule und die Grundschule in Wetten. Dort werden die Kinder bis 13.15 Uhr in der Schule betreut. Das ist aber nur möglich, weil die Eltern es mitfinanzieren.

Der Schul- und Sportausschuss der Stadt Kevelaer hatte bereits 2013 beschlossen, dass ein Betreuungsangebot zusätzlich zum OGS möglich ist, wenn die Träger dies allein durch Elternbeiträge finanzieren können. An den genannten beiden Grundschulen setzt dies die Awo als Träger der OGS um. Für andere Kevelaerer Grundschulen fungiert die Caritas als Träger. Sie teilte mit, dass pro Schulstandort mindestens 20 Kinder teilnehmen müssen, damit der verlässliche Halbtag durchgeführt werden kann.

Eltern und auch Schulleiterinnen hatten gegenüber der Verwaltung den Wunsch nach diesem Angebot geäußert. Darauf fragte die Caritas ab, wie hoch der Bedarf ist. Die Mindestanzahl wurde dabei in keiner Grundschule erreicht. Gleich zu Beginn der Ausschusssitzung wurde von einer Mutter, die zum kommenden Schuljahr ihr Kind einschult , die Frage gestellt, ob vor der Bedarfs-Abfrage bei den Eltern die Rahmenbedingungen des verlässlichen Halbtags klar definiert wurden.

Sachbearbeiter Ulrich Berns antwortete darauf, dass bei der Abfrage Fehler unterlaufen seien. Zum Beispiel habe man die Ferienbetreuung weggelassen, sie gehöre aber zum Angebot.

Im Einzelnen sehe der verlässliche Halbtag vor, die Kinder montags bis freitags mindestens zwischen 11.30 Uhr und 13.15 Uhr zu betreuen. Das Angebot kann auch nur an bestimmten Tagen genutzt werden. Es kostet die Eltern 40 Euro pro Monat (ohne Mittagstisch). Die Stadt Kevelaer würde 15 Euro pro Kind dazuzahlen. Eine Ferienbetreuung ist für 40 Euro Elternbeitrag pro Woche buchbar. In den 40 Euro seien die Kosten für Ausflüge und Verpflegung inbegriffen.

Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Schulausschusses, entgegen der Beschlussvorlage, dem Rat zu empfehlen, für das Schuljahr 2019/20 den verlässlichen Halbtag als Test in allen Kevelaerer Grundschulen anzubieten.

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