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Kevelaer: Schüler diskutieren mit Eckhard Uhlenberg

Kevelaer : Schüler diskutieren mit Eckhard Uhlenberg

Weil nicht jede Schule nach Düsseldorf fahren kann, besuchen die Politiker die Schüler. Henning Boland ist Schülersprecher am von-Galen-Gymnasium. Gestern traf er den Politiker Eckhard Uhlenberg.

Nervosität – für Henning Boland ist das kein Thema. Auch nicht, wenn gerade der Vizepräsidente des nordrhein-westfälischen Landtags, Eckhard Uhlenberg, vor ihm steht und ihn erwartungsvoll anguckt. "Eine Frage hätte ich noch", leitet der 19-jährige Abiturient des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums die nächste Gesprächsrunde ein.

Boland ist Schülersprecher und vertritt damit die Belange der Jugendlichen bei Schulkonferenzen. Das jedenfalls ist, neben der Leitung der SV-Konferenzen, seine Hauptaufgabe. Wenn aber mal wichtiger Besuch ansteht, dann schlüpft er in die Rolle des Moderators.

Dabei hilft dem jungen Mann, dass die Bühne kein völlig fremder Ort für ihn ist. "Als Mitglied der Theater-AG habe ich schon vor größerem Publikum gestanden", sagt er und lacht. Vor den Schülern aus der Jahrgangsstufe neun den Uhlenberg-Besuch zu moderieren, ist also kein Problem für ihn. Zumal Boland dabei von seiner Stellvertreterin Charlotte Hardt, die gerade die elfte Jahrgangsstufe besucht, unterstützt wird. Die beiden Schüler spielen sich in der Begrüßung gekonnt die Bälle zu und halten später, als es darum geht, dem Politiker Fragen zu stellen, die Diskussion in Gang.

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Dabei wird schnell deutlich, dass sich die beiden Schüler gut auf das Treffen mit Uhlenberg, der gleich noch Landtagsmitglied Margret Vosseler mitgebracht hatte, vorbereitet hatten.

So wie übrigens auch viele der Neuntklässler, die dem Vizepräsidenten Fragen zur Schulpolitik ebenso stellten wie nach seinen Vorbildern und seinem Einkommen. Der Politiker antwortet ehrlich und ausführlich. Die Besuche in Schulen, sagt er, sollen auch dazu dienen, der Politikverdrossenheit junger Wähler entgegen zu wirken.

Zumindest bei Boland braucht er sich da wohl keine Sorgen zu machen. Er ist in seinem zweiten Jahr Schülersprecher. "Die SV-Sitzungen sind ja auch so ähnlich wie ein kleiner Landtag", sagt der 19-Jährige.

Nach seinem Abitur – mit den Leistungskursen Biologie und Mathematik – steht eine Ausbildung im Gartenbau auf dem Programm. Anschließend dann noch ein entsprechendes Studium.

Ob es dann auch mit einer politischen Laufbahn weitergeht, das weiß er noch nicht. "Derzeit bin ich in keiner Partei, aber ich möchte nicht ausschließen, dass ich irgendwann mal Mitglied werde", erklärt er. Immerhin: Sein Vater hat schon im Stadtrat gesessen. "Er hat mich aber nie gedrängt, politisch aktiv zu werden", betont Boland.

Im Moment komme das sowieso nicht in Frage. Schließlich steht das Abitur in einigen Monaten vor der Türe, dann noch die Arbeit als Schülersprecher. "Der Aufwand ist machbar", wiegelt Boland ab, "aber für mehr hätte ich dann doch keine Zeit."

(RP)