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Kevelaer: Schüler bringen "Farbe in die Mensa"

Kevelaer : Schüler bringen "Farbe in die Mensa"

90 Bilder von Taschenlampen, Badeanzügen und Popbands schmücken seit kurzem die sonst so farblosen Wände in der Kevelaerer Schulmensa. Schüler der Real- und Hauptschule und des Gymnasiums haben an dem Projekt mitgewirkt.

Furchtbar farblos und kahl, mit dem ästhetischen Reiz einer Wellblechgarage der 1960er Jahre — so hat Kunsterzieher Paul Wans die Wände der Mensa der Stadt Kevelaer beschrieben. Erfreut hörte der Pädagoge des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums sich deshalb zu Beginn des Jahres den Vorschlag von Ulrich Hünerbein-Ahlers zur Verschönerung des Speisesaals an.

"Wir besorgen das Geld, und du kannst nach deinen Vorstellungen gestalten", sagte Hünerbein-Ahlers damals zu ihm. 3500 Euro sind für das Projekt "Farbe in die Mensa" zusammengekommen.

Mitgewirkt haben die drei weiterführenden Schulen — Gymnasium, Haupt- und Realschule — aus Kevelaer. Am Mittwochabend wurde die Bildergalerie offiziell eröffnet. Und Paul Wans ist mit dem Ergebnis zufrieden. "Bei der Auswahl der Arbeiten ging es uns weder um bestimmte Schüler noch um ausschließlich herausragende Leistungen. Stattdessen wollten wir möglichst alle Altersgruppen berücksichtigen und viele verschiedene Arbeiten zeigen", sagte Wans in seiner kurzen Einführung. Schnell und unbürokratisch sei alles gegangen, nachdem das Geld einmal geflossen ist, lobte Wans die Durchführung des Projekts.

Auch Bürgermeister Dr. Axel Stibi zeigte sich in einem kurzen Grußwort beeindruckt von den Schüler-Arbeiten. Rund 90 Bilder von mehr als 100 Schülern zieren jetzt die zuvor so langweiligen Wände des Speisesaals. Wans hat gemeinsam mit seinen Kolleginnen Eva Tannhäuser (Realschule) und Doro Faber (Hauptschule) die Bilder ausgewählt, zusammengestellt, gerahmt und aufgehängt. Behutsam und möglichst um Gleichberechtigung bemüht seien sie bei ihrem Hängekonzept vorgegangen. "Es gibt keine schulformeigenen Bildergruppen", sagt Wans. Künstlerisch-handwerkliche Techniken und die Bildwirkung bestimmen die Art der Hängung. Stark farbige Landschaftsimpressionen hängen neben naturalistischen Objektstudien, und Wasserfarbenbilder bilden einen Komplex mit Druckgraphiken. Das Motto "Farbe in die Mensa" habe die Auswahl stets geprägt.

Eine, die sich mit Objektstudien befasst hat, ist die 13-jährige Pia. Sie geht in die achte Klasse des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums. Gemalt hat sie den Ausschnitt einer Mac-Tastatur. "Die Idee zu dem Bild hatte mein Lehrer", sagt die 13-Jährige. Mit Bunt- und Bleistiften hat Pia den Ausschnitt des Computerbeiwerks gezeichnet — mit viel Liebe zum Detail und sehr präzise. Den Apfel, das Symbol der Marke Apple, die Rautetaste und einige Buchstaben. "Für das Bild habe ich ein Jahr gebraucht", sagt sie. Gezeichnet hat sie ihren Beitrag in der Kunst-AG, die einmal im Monat stattfindet. "Keines der Bilder, die hier hängen, wurden explizit für die Ausstellung gemalt. Sie wurden aus einem Pool ausgewählt", betont Wans.

Und wie geht es weiter? "Im Wechsel von ein bis zwei Jahren wird der komplette Bildbestand ausgetauscht", sagt der Pädagoge. Zudem seien zwei Glasvitrinen angeschafft worden, in denen kleinere Plastiken und Objekte gezeigt werden können und sollen. Dafür fehlt bisher allerdings noch das nötige Kleingeld.

(RP/rl)