Schüler aus Kevelaer spielen Tintenherz

Theater in Kevelaer : Ein Tintenherz voller Theaterliebe

Mehr als 100 Schüler haben an der Vorstellung mitgewirkt. Einige Zeit stand das Projekt auf der Kippe, doch die engagierten Lehrer, kreativer Nachwuchs und viel Herzblut machen das Theater-Projekt fit für die Zukunft.

Direkt zu Beginn des Stücks steht auf der Bühne ein Bild des verstorbenen Schul- und Orchesterleiters Michael Cuypers, daneben eine Gitarre. Auf beides war ein Scheinwerfer gerichtet. Eine passende Erinnerung, denn die Vorführungen von „Tintenherz“ waren sowohl eine perfekte Huldigung für seine Arbeit, als auch ein leuchtendes Zeichen dafür, dass die Werte und Kreativität, die ihm wichtig waren, auch ohne ihn in den Bühnenprojekten weiterleben werden.

Die Theater- und Musik-AG der Städtischen Realschule Kevelaer und der Gesamtschule Kevelaer-Weeze präsentierten eine aufwendige Version von Cornelia Funkes „Tintenherz“-Romanwelt. Das Bühnenhaus war an beiden Abenden gut besucht, als Mo (Luca Wuttke), Meggie (Ronja Diebels) und Tante Elinor (Fiona Marie Ehren) gegen den bösen Capricorn (Lilli Kostyra), Basta (Leonard Davies-Garner), Flachnase (Hezar Hajiraschid) und ihre Helfer antraten.

„Die Entscheidung ‚Tintenherz‘ zu machen, hat Michael Cuypers vor seinem Tod noch mitgetragen. Es ist dann als Stück durchaus passend geworden, denn es geht eben darum, dass man sich auch in den dunkelsten Stunden den Mut bewahren muss.“, erzählte Regisseurin Saskia Reinkens. „Die Idee hinter den Aufführungen war und ist immer, dass sich jeder hier einbringen und entwickeln kann.“

So stand zum Beispiel Luca Wuttke zum ersten Mal auf der Bühne und spielte gleich eine der Hauptfiguren. „Ich bin jetzt in der 10. Klasse, in der letzten Klasse, da wollte ich einmal mit dabei sein“, meinte er. Er ist nicht nur als Darsteller aktiv, sondern ist mit seinem Musikfreund Matthias Teneyken seit drei Jahren als Elektro-Musik-Duo „Teeke“ unterwegs. Dieses war verantwortlich für das Stück „Magic“, den ersten elektronischen Musiktitel, den es beim Theaterprojekt gab.

Nach Michael Cuypers Tod wusste man nicht, wer die musikalische Gesamtleitung übernehmen sollte. Die Rettung kam in Form von Levin Ripkens, der mit Orchester-Betreuerin Dorothee Menskes zusammenarbeitete. „Nach meinem Musikstudium in Münster bin ich im Sommer wieder nach Kevelaer gezogen. Danach habe ich das mit Michael gehört, bei dem ich früher selber im Orchester war“, erinnerte sich Ripkins. „Ich bin dann direkt auf die Schule zugegangen.“

Ab Dezember fingen die Proben mit Ripkins an. Er ist zudem als Aushilfs-Musiklehrer aktiv und hoffentlich ab nächstem Jahr fest im Kollegium. Abschließend lobte er: „Mit Dorothee Menskes konnten wir alles schaffen und den Geist dieser Produktionen weiterleben lassen.“

Die abwechslungsreichen Tanzchoreographien von Claudia Kanders, die viel mit leuchtenden Farben auf dunkler Bühne arbeiten, sowie etliche Gesangseinlagen bereichern das Stück. Neben dem wandlungsfähigen Bühnenbild gab es viele weitere originelle Ideen, wie etwa direkte Projektionen auf die Vorhänge der Bühne. Die jugendlichen Darsteller waren hochmotiviert. Eines ist klar: Michael Cuypers wäre auf die Vorstellungen stolz.

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