Schüler aus Kevelaer bringen Tintenherz von Cornelia Funke auf die Bühne

Kevelaer : Schüler bringen Tintenherz auf die Bühne

Die Theater- und Musik-AG der Städtischen Realschule Kevelaer und der Gesamtschule Kevelaer-Weeze spielen das Stück von Cornelia Funke. Ihr Schaffen haben die Schüler und Lehrer dem verstorbenen Schulleiter gewidmet.

Noch finden die Proben in der Turnhalle statt, doch schon bald stehen die Schüler der Städtischen Realschule Kevelaer und der Gesamtschule Kevelaer-Weeze im Konzert- und Bühnenhaus der Stadt. Rund 100 Schüler haben gemeinsam am Stück Tintenherz mitgewirkt. Die Inszenierung basiert auf dem gleichnamigen Fantasyroman von Cornelia Funke, dem ersten Band der Tintenwelt-Trilogie. Cornelia Funke ist mit weit über 20 Kinder- und Jugendromanen eine auch international erfolgreiche Autorin, die für ihr Oeuvre inzwischen mehr als zwei Dutzend Preise und Auszeichnungen erhalten hat, darunter das Bundesverdienstkreuz.

Dass die beiden Schulen auch in diesem Jahr ein Stück auf die Beine stellen, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn im vergangenen Jahr ist Rektor Michael Cuypers verstorben und hatte ein großes Loch im Kollegium und in der Theater-AG hinterlassen. „Wir wollen weiterführen, was er an der Real- und Gesamtschule mit Begeisterung und Herzblut von Beginn an aktiv als Orchesterleitung unterstützt hat“, sagt Saskia Reinkens. Sie hat die Regie des Stücks übernommen und erzählt, dass das Stück vor allem durch den Einsatz von Eltern und die Unterstützung des Instrumentalpädagogen und Musikers Levin Ripkens möglich wurde.

Ripkens habe die Orchesterleitung übernommen. Er selbst hat bereits als Schüler der Realschule im Orchester von Michael Cuypers gespielt. Da die Musik-AG aber erst im zweiten Halbjahr die Probenarbeit aufnehmen konnte, wird es in diesem Jahr weniger musikalische Einsätze geben als in den vergangenen Jahren. Im Orchester wirken Schüler von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe mit. In der Theater- und Tanz-AG sind Schüler von der achten bis zur zehnten Klasse mit dabei, und das Bühnenbild hat der 10. Jahrgang übernommen.

„Der große Verlust von Michael Cuypers hat uns aber auch gezeigt, wie viele Schülerinnen und Schüler sich mit dem Projekt verbunden fühlen“, sagt Reinkens. So unterstützt beispielsweise auch ein ehemaliger Schüler die Aufführung am Klavier. „Die Sorge, nicht genügend Stücke arrangieren und proben zu können, führte zu einem beeindruckenden Engagement unserer Schülerschaft“, so Reinkens. Die Songs werden nach choreografischen Ideen des Tanzensembles unter der Leitung von Claudia Kanders tänzerisch in Szene gesetzt. Und neben einigen Instrumentalstücken und Liedern, die solistisch begleitet werden, wird es auch erstmals einen elektronischen Titel geben, der von einem Schüler passend zum Stück entwickelt und produziert wurde.

Das Stück handelt übrigens von der 15-jährigen Meggie, in deren Leben sich alles um Bücher dreht. Die Liebe zu Büchern hat sie von ihrem Vater Mo. Aber warum nur, wollte er Meggie nie vorlesen? Als eines Nachts ein seltsamer Mann namens Staubfinger auftaucht und Mo vor dem gefährlichen Capricorn warnt, beginnt für Meggie und Mo eine unglaubliche Flucht. Gemeinsam mit Staubfinger und Meggies verrückter Großtante Elinor müssen sie sich vor immer neuen Gestalten verstecken, die beinahe zu skurril sind, um wahr zu sein. Und alle sind sie auf der Suche nach Mo und einem Buch: Tintenherz. Bald wird Meggie klar, dass es sich hierbei um mehr als nur ein einfaches Buch und bei Mo, den alle plötzlich Zauberzunge nennen, um mehr als einen einfachen Vater handelt.

Für die Deutschlehrerin Reinkens hat die Autorin Cornelia Funke, die auch deutsche Joanne K. Rowling genannt wird, mit Tintenherz eine bezaubernde Liebeserklärung an das Medium Buch und das Geschichten-Erzählen erschaffen.

„Unsere Bühnenfassung entführt in eine sagenhafte Fantasiewelt, in der Figuren aus Büchern herausgelesen und zum Leben erweckt werden“, sagt Reinkens.

Für die Regisseurin ist es auch ein Stück, das sie an den ehemaligen Schulleiter Cuypers erinnert: „Er mochte Cornelia Funke immer sehr.“ Gerade deshalb sei es für alle Mitwirkenden ein Stück, das deutlich macht, wie wichtig es ist, sich Momente und Menschen zu bewahren und an sie zu erinnern.

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