Elmar Lehnen: Schöpfungsgeschichte neu betrachten

Elmar Lehnen: Schöpfungsgeschichte neu betrachten

Neue Klangwelten für alle, die ein offenes Ohr haben: Der Kevelaerer Basilikaorganist über das Projekt "Sieben" mit dem Posaunisten Hansjörg Fink. Die Komposition wird am Sonntag in der Basilika aufgeführt. Danach wird eine CD aufgenommen.

Das wievielte Projekt gemeinsam mit dem Posaunisten und Hochschullehrer Hansjörg Fink ist "Sieben" für Sie? Was gab es vorher?

Elmar Lehnen Es ist mittlerweile das dritte CD-Projekt. Das erste: Salve Regina, Klangbilder Marianischer Choräle, das zweite: Requiem.

Wie und wann startete Ihre Zusammenarbeit?

Lehnen Ich arbeite nun schon seit zehn Jahren mit Hansjörg Fink zusammen. Wir gestalteten ein gemeinsames Konzert in der Basilika mit Literatur für Posaune und Orgel und hatten die Idee, auch gemeinsam zu improvisieren, da die Improvisation das Bindeglied zwischen Kirchenmusik und Jazz ist, und siehe da, es funktionierte toll.

Worum geht es bei dem Projekt "Sieben"?

Lehnen Wir baten Dr. Bastian Rütten, neue Texte für uns zu schreiben, welche die großartige Schöpfungsgeschichte neu und auch fragend betrachten. Hierzu haben wir in zweijähriger Arbeit ein etwa einstündiges siebenteiliges Werk komponiert, was auch wieder Freiräume für die Improvisation lässt.

Wie ist der musikalische Charakter des Werks?

Lehnen Die Musik ist schwer in eine Kategorie einzuordnen. Sie bewegt sich auf jeden Fall im traditionellen Bereich. Es gibt viele rhythmische Elemente, ruhige impressionistische Szenen, ja bis zur Programmmusik, wenn es zum Beispiel um Wasserwelten oder auch Tierwelten geht.

Wie geht das gemeinsame Komponieren vor sich?

Lehnen Da wir beide beruflich sehr eingespannt sind, treffen wir uns meistens ganz früh morgens und arbeiten dann bis zur ersten Messe. Jeder von uns beiden bringt Ideen mit, die er zu Hause schriftlich fixiert hat, dann üben wir es und werten aus, hören, verändern, verwerfen, improvisieren und lassen daraus entstehen.

  • Im Gespräch mit Elmar Lehnen : Schöpfungsgeschichte neu betrachten

Welche Zuhörer soll die Komposition ansprechen?

Lehnen Alle, die ein offenes Ohr haben und sich auf diese Klangwelten einlassen.

Sind nach der Aufführung in der Kevelaerer Basilika weitere Konzerte geplant?

Lehnen Ja. Am 29. April eröffnen wir in der Schweiz das 36. Internationale Zuger Orgelfestival und spielen auch beim renommierten Jazzfestival in Aalen. Wie auch mit dem Requiem (Berliner Dom, Hildesheimer Dom, Mainzer Dom, IDO-Festival Düsseldorf, und viele andere) sind schon bis 2020 etliche Konzerte geplant.

Entsteht wie bei früheren Projekten wieder eine CD? Und wann und zu welchem Preis wird sie erhältlich sein?

Lehnen Ja, am 16. und 17. April werden wir in der Basilika aufnehmen, und die Vorstellung der CD wird am Mittwoch, 4. Juli, wiederum in der Basilika stattfinden.

Ist schon das nächste gemeinsame Projekt geplant?

Lehnen Erste Ideen sind schon da, aber momentan konzentrieren wir uns auf die bevorstehende Aufnahme.

MICHAEL KLATT STELLTE DIE FRAGEN.

(RP)