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Kevelaer: Schöner Kerzenschein ohne echtes Feuer

Kevelaer : Schöner Kerzenschein ohne echtes Feuer

Gerade in Seniorenheimen wird auf elektrisches Licht im Advent gesetzt. Dank neuester Technik muss auf Gemütlichkeit nicht verzichtet werden. Auch die unechten Kerzen sind aus Wachs.

In der einen Hand hält sie die elektrische Kerzen. Der Blick von Gertrud Koenen geht zum Adventskranz, der auf dem Tisch in Regina Pacis in Kevelaer steht. Der hat echte Kerzen. "Das sieht schön aus. Ich will mal sagen, romantischer", zieht die 85-Jährige den Vergleich zwischen echten und unechten Kerze. "Aber da wo Kinder sind, ist das andere Licht besser", sagt sie mit Blick auf die batteriebetriebene Kerze in ihrer Hand.

Aber nicht nur dort wird auf Sicherheit geachtet. "In vielen Senioreneinrichtungen sind echte Kerzen aus Sicherheitsgründen verboten", sagt Michael Helgers von dem geschäft Christliche Kunst Bauer in Kevelaer. Mit seinen elektrischen Kerzen füllt er eine Marktlücke aus. Denn die elektrischen Kerzen sind aus Wachs gearbeitet. Der Docht ist auf einer Rolle angebracht, so dass es aussieht, als ob die Kerze flackert. Das wirkt so echt, dass er nach Ladenschluss von einer besorgten Passantin angesprochen wurde, dass bei ihm im Schaufenster noch eine Kerze brenne. Seitdem schaltet er die elektrische Kerze nach Ladenschluss aus. Obwohl, es gibt auch Kerzen mit Zeitschaltuhr.

In Regina Pacis, dem Haus für Senioren in Kevelaer, in dem Gertrud Koenen seit drei Jahren wohnt, ist beides erlaubt. "Ein richtiges Kerzchen ist schon schöner", findet dann auch Dorothee Beaupoil, die Qualitätsbeauftragte des Hauses. In der Adventszeit kämen aber besonders oft die künstlichen Kerzen zum Einsatz. Als öffentliche Einrichtung sind Sicherheitsstandards einzuhalten, auch wenn eine Brandschutzanlage vorhanden ist. "Richtige Kerzen brennen nur, wenn ein Mitarbeiter dabei ist", sagt Dorothee Beaupoil. Auf den Zimmern dürfen die Bewohner auch eine Kerze anzünden, "wenn der ausdrückliche Wunsch besteht".

Dann geht aber auch jemand vom Team des Hauses zwischendurch gucken. Sicher ist sicher. "Wir haben in 20 Jahren zwei Brände miterlebt. An einem war ein Adventsgesteck schuld", sagt Dorothee Beaupoil.

Alle Jahre wieder heißt es auch im Wohnstift St. Marien: aufpassen mit echten Kerzen. "Beim betreuten Wohnen gelten andere Richtlinien, weil jeder Bewohner eine eigene Häuslichkeit hat", erklärt Christiane Hüls vom Wohnstift St. Marien. Auch wenn echte Kerzen erlaubt sind, sollte auf selbstlöschende Teelichter und auf Standfestigkeit geachtet werden, so die Stiftsdirektorin. "Aber es gibt heute auch einfach gute Alternativen zur üblichen Kerze. Die künstlichen Kerzen sehen nicht mehr so künstlich aus und verbreiten eine schöne Atmosphäre. Damit kann man es sich auch im Advent behaglich machen", findet sie. Oft sind solche Kerzen auch schon auf Adventskränzen.

In dem Zimmer von Gertrud Koenen gibt es keine echten Kerzen. Für adventliche Stimmung sorgen hier ein Lichterbogen und der geschmückte Tannenbaum mit Lichterkette. Den Anblick der echten Kerzen, den genießt sie mit den anderen Bewohnern beim gemeinsamen Frühstück im Aufenthaltsraum.

(RP)