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Kevelaer: Sammler sorgen für Ärger in Kevelaer

Kevelaer : Sammler sorgen für Ärger in Kevelaer

Zwei Sorten Schrottsammler ärgern Bürger und Verwaltung. Die einen kommen bei Sperrmüllsammlungen dem offiziellen Entsorger zuvor. Die anderen rufen mit nervtötender Musik die Leute aus den Häusern.

Die Winnekendonker schätzen Musik bestimmt so sehr wie die meisten anderen Menschen. Aber das, was sie und viele andere Kevelaerer allzu häufig anhören müssen, nervt. Sagen Anwohner. Regelmäßig sind im Ort Schrotthändler unterwegs, die lautstark um Kundschaft buhlen. Am liebsten mit der Melodie von "Glück auf, der Steiger kommt". Weil ja Zeit sein muss, in den Keller oder auf den Dachboden zu krabbeln und den alten Plunder zusammenzusuchen, fahren die Trödler sehr ausdauernd hin und her.

"Ich kann verstehen, wenn sich davon mancher Bürger belästigt fühlt", sagt Hansgerd Kronenberg. Er selbst hört die einprägsame Melodie an der Sonsbecker Straße ebenfalls regelmäßig. "Ich hab' aber die Dienste solcher Leute noch nie in Anspruch genommen und habe auch nicht vor, das nachzuholen", sagt er ganz trocken. Kronenberg weiß, dass es zwei Sorten von Schrottsammlern gibt: zum einen die "musikalischen", die ohne Anlass durch die Straßen fahren ("Klüngelskerle" sagte man früher). Zum anderen sind da diejenigen, die durch die Sperrmüllabholung in Schwung gebracht werden. Und die ärgern die Verwaltungen und auch viele Bürger noch mehr.

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"Vorwiegend sind da Fahrzeuge mit gelben oder polnischen Nummernschildern unterwegs, die der Sperrmüllabholung zuvor kommen", berichtet Ludger Holla, Leiter der Abteilung Ordnung im Kevelaerer Rathaus. Da der Abfallentsorger, die Firma Schönmackers, sein Erscheinen nicht auf die genaue Zeit festlegen kann, nutzen die unkonventionellen Händler die Gunst der Stunde und suchen schnell das Verwertbare – besonders gerne das Metall – aus dem Gerümpel. "Das Schlimme ist, dass die Leute sich an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet treffen und dort umverteilen und aussortieren", sagt Holla. Wie es danach aussieht, lässt sich denken. Auch die geplünderten Haufen vor den Haustüren sind kein schöner Anblick.

Der Kommune entgeht durch die professionellen Sammler zudem ein Verkaufserlös, denn rechtlich gesehen geht das Eigentum an den Altstoffen, wenn man sie vor die Tür stellt, an die Stadt oder Gemeinde über. "Schrott ist Geld wert", weiß Polizei-Sprecherin Manuela Schmickler.

Die Behörden raten den Bürgern, Fremden nicht zu sagen, wann der Sperrmüll abgeholt wird. Andererseits kann die Termine jeder aus dem Internet ersehen. In einigen Kommunen gilt deshalb das "Bestell-Prinzip"; jeder bestellt den Sperrmüll individuell. Aber die Sammler sind schnell – meist schneller als der offizielle Entsorger.

(RP)