Saftpresse macht Station am Bauerncafé Binnenheide

Streuobstwiesenkultur Niederrhein : Zwei Tonnen Äpfel zu Saft gepresst

Das Nabu-Naturschutzzentrum Gelderland und der Naturhof Kirsel luden ein zur Apfelsaftaktion am Café Binnenheide. Gleichzeitig gab es viele Information über das Thema Streuobstwiesen.

Saft aus eigenen Äpfeln, mindestens ein Jahr haltbar und im praktischen Fünf-Liter-Karton abgefüllt – dafür kamen zahlreiche Apfelbaumbesitzer zum Café Binnenheide nach Winnekendonk. Dort hatten Johannes van de Loo und Alexander Haaken vom Uedemer Naturhof Kirsel mit ihrer mobilen Saftpresse Station gemacht und pressten an diesem Tag rund 2000 Kilogramm vom süßen Obst, das kurz zuvor noch im Gras lag oder an Ästen hing, die der erste Herbststurm noch nicht erwischt hatte.

Frank Hermsteiner aus Wachtendonk brachte schon zum zweiten Mal Äpfel, um sie in Form von Saft mit nach Hause zu nehmen. „Das ist eine gute Sache, das Obst wird gut verwertet und wir haben lange leckeren Saft“, sagt er. In diesem Jahr seien die Äpfel wie im vergangenen Jahr nach dem heißen und trockenen Sommer klein und sehr süß. „Wir trinken den Saft dann mit Wasser gemischt als Schorle“, lautet Hermsteiners Tipp.

Die Saftpresse war an diesem Tag im Dauerbetrieb.  Über ein kleines Transportband wurden die vom Kunden bereits gesäuberten Äpfel erst noch einmal in einen Wasserbottich befördert. Nach dem Pressen fließt der Saft durch ein Feinsieb. Haltbar wird er durch Pasteurisieren, also kurzzeitiges Erhitzen auf 60 Grad. Schließlich wird er maschinell abgefüllt in Plastikbeutel, die in einen stabilen Umkarton gelegt werden, so dass man den Saft mit einem kleinen Zapfhahn bequem entnehmen kann.

Beim Pressen fällt der sogenannte „Trester“ an, auch dieser „Rückstand“ wird verwertet. Er wird getrocknet, mit gemahlenem Heu vermischt und zu Futterpelletts für Schafe verarbeitet. „So wird das ganze Obst ohne Abfall verwertet“, betonte Monika Hertel, Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) im Kreisverband Kleve und Mit-Initiatorin der Apfelsaft-Aktion. „Wir möchten damit auch auf den besonderen Wert der Streuobstwiesen hinweisen“, erklärte sie. Während der Verein für Landschaftspflege im Kreis Kleve (LiKK) Streuobstwiesen um Kleve, Goch, Kalkar Bedburg-Hau und Uedem betreue, kümmere sich das Naturschutzzentrum Gelderland des Nabu um die Streuobstwiesen im Südkreis zwischen Kevelaer und Wachtendonk.

Nabu-Naturschutzreferent Stefan Wallney war ebenfalls an der Apfelsaftpresse vor Ort und beriet zur Pflege oder Neuanlage von Streuobstwiesen. „Wenn man die Wiesen und Bäume pflegt, wird deutlich, dass Naturschutz und Ernten keine Gegensätze sein müssen“, sagte er. Zusätzlich schütze man den Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren. Der Hausherr im Café Binnenheide, Dennis van den Berg, freute sich über die Apfelsaft-Aktion, die zum ersten Mal an seinem Bauerncafé stattfand. „Das passt bestens in mein Konzept der regionalen Küche, die wir täglich anbieten“, sagte er, während er gerade einen Apfel-Pfannkuchen gekonnt wendete. „Unsere eigenen Äpfel sind das, Eier von unseren Hühnern, Milch von unseren Kühen.“