Rundgang durch Kevelaer mit vielen historischen Bezügen.

Stadtgeschichte : Auf den Spuren der 60er und 70er Jahre in der Marienstadt

Der traditionelle Kunst- und Kulturspaziergang der Stadt Kevelaer am Ostermontag endete am Niederrheinischen Museum. Bei freiem Eintritt konnten sich die Teilnehmer an der Stadtführung zum letzten Mal die Sonderausstellung „Flowerpower und Weltraumdesign“ ansehen.

Dazu wurden sie noch mit Kaffee und Plätzchen versorgt.

Vor dem Priesterhaus trafen sich bei allerschönstem Spazierwetter rund 30 Interessierte. Marianne Heutgens, dienstälteste Stadtführerin, begrüßte die Gäste und begann ihre Führung an der Basilika. Margret Meurs, die in Keve­laer bei Führungen auch als Ehefrau von Hendrick Busman namens Mechel Schrouse bekannt ist, hatte ihren Rundgang auf die Ausstellung abgestimmt. Sie begann mit Allgemeinem aus den 60er, 70er und 80er Jahren: Elvis Presley kam nach Deutschland, die Pille wurde erfunden, die Mauer gebaut. Sie erinnerte an die Mondlandung 1969, die Olympischen Spiele 1972 und die gewonnene Fußball-WM 1974. Es gab die erste Herztransplantation, Kantinen lösten den Henkelmann ab, und Heintje verkaufte zwei Millionen Schallplatten.

Dem Zeitfenster bliebt Margret Meurs auch in Bezug auf die Stadtführung treu. 1974 gab es an der Basilika einen Unfall, als sich eine Wasserspeier-Figur löste und eine Holländerin getötet wurde. 1975 wurde die Bruder-Konrad in die heutige Sakramentskapelle umbenannt. Das Forum Pax-Christi wurde 1982 errichtet. Theodor Bergmann, Dichter des Heimatlieds „Wor hör ek t‘hüß?“, wurde 1985 an der Basilikastraße durch die Bronzegießerei Butzon & Bercker ein Denkmal gesetzt. „Die erste Pizzeria in Keve­laer gab es 1968, die erste Pommesbude 1958“, wusste die Stadtführerin. „Ich war noch keine zehn Jahre und wurde zuhause ausgeschimpft, weil ich Pommes gegessen hatte, die wir bis dato nicht kannten“, erzählte sie. Margret Meurs unterstützte ihre Führung mit anschaulichen Fotografien von Wilfried Schotten. An Ort und Stelle konnten sich die Gäste von den Veränderungen überzeugen. Auf dem heutigen Peter-Plümpe-Platz stand bis 1962 die Marktschule.

Zum ersten Mal sah Teilnehmerin Hildegard Schwabe ein altes Bild von der Gelderner Straße vom März 1964 und dem Haus, in dem sie seit über 30 Jahren wohnt. Die Stadtführerin erinnerte auch an Kevelaerer Persönlichkeiten wie den Kinderarzt Dr. Ferdinand Helpenstein, Hals-Nasen-Ohrenarzt Dr. Hans Ball, RP-Fotograf Ulrich Engelmann, Journalist und Schriftsteller Martin Willing oder an die Hebamme Klara Schwent, die 7000 Kindern auf die Welt geholfen hat. Und wie man in den 60er und70er Jahren gelebt hat, konnten die Gäste im Museum sehen.

Am Sonntag, 12. Mai, lädt Mechel Schrouse, die Ehefrau von Hendrick Busman, zu einer Zeitreise in das Kevelaer von 1642 ein. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Eingang des Priesterhauses

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