Weeze: Rouenhoff will am Ball bleiben

Weeze: Rouenhoff will am Ball bleiben

Der CDU-Bundestagsabgeordnete startete seine Antrittsbesuche in der Gemeinde Weeze. Hier sah er sich den "Wellenbrecher" an und versprach, sich für den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke einzusetzen.

Nicht ungeschickt. Beim Besuch des CDU-Bundestagabgeordneten Stefan Rouenhoff ließ "Wellenbrecher"-Leiter Volker Schoelen bei seiner Begrüßung ganz nebenbei fallen, dass Rouenhoffs Vorgänger Roland Pofalla die Jugendlichen vor einigen Jahren zu sich nach Berlin eingeladen hatte. "Davon reden die Jugendlichen heute noch, das war ein tolles Erlebnis", meinte Schoelen. So etwas mache Politik erfahrbar. Rouenhoff sprach zwar nicht sofort eine Einladung aus, wird sich die Bemerkung aber gemerkt haben, zumal er ausdrücklich die Arbeit des Teams vom "Wellenbrecher" lobte.

Vor allem den Ansatz, allen eine Chance zu bieten, findet er wichtig. "Aufstiegschancen für junge Leute zu schaffen, ist eine wichtige Aufgabe, da müssen wir auch als Politik ran."

Der CDU-Politiker ist neu im Bundestag und will sich dort erst einmal in Ruhe einarbeiten. Dazu gehört auch, nach und nach alle Kommunen in seinem Wahlkreis persönlich zu besuchen. Den Auftakt machte er in Weeze, weil dort mit Ulrich Francken der dienstälteste Bürgermeister am Ruder sei. Rouenhoff machte deutlich, dass es eine Aufgabe sei, in Berlin deutlich zu signalisieren, wo es im ländlichen Raum hake. Ganz konkret sprach er das Thema Nahverkehr an. Hier habe er sich gerade mit dem FDP-Landtagsabgeordneten Stefan Haupt abgestimmt, den zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Kleve und Krefeld voranzutreiben. "Gerade für Schüler und Studenten ist diese Verbindung von großer Bedeutung", sagte der CDU-Mann. Gleichzeitig solle auch die Weiterführung der Strecke über die Grenze hinaus nach Nimwegen im Auge behalten werden. "Da muss man aber sehen, wie realistisch das ist", sagt Rouenhoff.

Immerhin hat er über dieses Thema bereits mit Verkehrsminister Hendrik Wüst gesprochen. Auch der sei der Ansicht, dass man eine vernünftige Anbindung an die Niederlande brauche. "Wir sollten diese Idee auf keinen Fall aufgeben", sagt Rouenhoff.

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So sieht es auch Bürgermeister Francken. Für die Region seien grenzüberschreitende Verbindungen von großer Bedeutung. Den Besuch des Politikers nutzte Francken auch, um noch einmal deutlich zu machen, dass die Maut nicht akzeptabel sein. "Den Unmut kann ich verstehen. Ich bin der Auffassung, dass die PKW-Maut der falsche Weg ist", sagte auch Rouenhoff.

Zur Stärkung des ländlichen Raums sei die Digitalisierung ein wichtiger Punkt. Telearbeit, Telemedizin seien Felder, die hier an Bedeutung gewinnen würden. Auch das autonome Fahren sieht Rouenhoff auf Dauer als Chance für das Land. "Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten auch für den öffentlichen Nahverkehr." Der Politiker geht davon aus, dass die Abgeordneten vom Niederrhein auch weiter in Berlin gehört würden, auch wenn jetzt zum ersten Mal seit vielen Jahren kein Minister mehr aus dem Kreis Kleve kommt. Zuvor hatten Roland Pofalla (CDU) und Barbara Hendricks (SPD) dem Kabinett in der Bundeshauptstadt angehört.

"Ich werde mich mit Nachdruck für die Interessen des Kreises einsetzen", versprach Rouenhoff. Eben deshalb seien die Besuche vor Ort so wichtig, um aus erster Hand zu hören, wo es hakt.

(zel)