Weeze: Römische Gräber in Weeze entdeckt

Weeze : Römische Gräber in Weeze entdeckt

In der Nähe einer Kiesgrube in Vorselaer sind Archäologen fündig geworden. Besichtigung möglich.

In Weeze-Vorselaer sind bereits zwischen 2007 und 2010 Reste einer römerzeitlichen ländlichen Siedlung ausgegraben worden. Bislang war jedoch nicht bekannt, wo die Bewohner ihre Toten bestatteten. Im Rahmen einer Erweiterung der Kiesgrube der Firma GMG sind die Mitarbeiter des Amtes für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) nun fündig geworden: Etwa 300 Meter westlich der römerzeitlichen Höfe lag das Gräberfeld.

Die etwa 200 Gräber sind ausnahmslos Brandgräber, das bedeutet, dass die Toten der damaligen Sitte gemäß auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Anschließend legte man ihre Überreste in kleinen Gruben nieder. Manche Gräber enthielten noch Keramikgefäße, sicherlich ehemals mit Getränken und Speisen gefüllt. Einige Gräber waren durch viereckige oder runde Gräben eingefasst. "Für das Hinterland der römischen Stadt Xanten sind diese Ausgrabungen von großer Bedeutung, da nun sowohl die Siedlung als auch das zugehörige Gräberfeld ein gesamtheitliches Bild der Lebensweise der ländlichen Bevölkerung ergeben", so die Experten. Jetzt soll die Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, sich den Fund vor Ort anzusehen. FürDienstag, 26. Juni, lädt die Außenstelle Xanten des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland alle zu einer Besichtigung der Grabung ein.

Die Besucher haben zwischen 14 und 17 Uhr die einmalige Möglichkeit, sich die Grabungsergebnisse fachkundig und anschaulich erklären zu lassen. Erläuterungen geben die Archäologinnen Marion Brüggler und Kerstin Kraus gemeinsam mit dem Grabungsteam.

Die Grabung liegt etwas versteckt in Weeze-Vorselaer und ist wie folgt zu erreichen: Ab B 9: Anfahrt über die Landstraße L 464 Kervenheimer Straße, über die Niers fahren, dann nach links in den Kambecksweg einbiegen, sofort wieder rechts den Scheppersweg bis zum Ende durchfahren. Ab der Landstraße werden Hinweisschilder aufgestellt.

Der LVR weist darauf hin, dass die Anfahrt zur Grabung und der Besuch auf eigene Gefahr erfolgen.

(RP)
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