Rockgottesdienst in Kervenheim: Eine Andacht zum Mitfeiern

Rockgottesdienst in Kervenheim : Eine Andacht zum Mitfeiern

Etwa 60 Besucher kamen zum Rockgottesdienst nach Kervenheim, der auch zwei Blues-Bands ans Mikrofon brachte.

Die pechschwarze Nacht umfasste die örtliche Burg fast vollständig, doch bereits von Weitem konnte man am Samstagabend die christlichen Lieder und Blues-Rhythmen hören, die durch das Dunkel schallten: Der Rockgottesdienst lud zur Andacht ein. Im ersten Teil des Abends hielt Irene Gierke, die Pfarrerin aus Weeze und Uedem, eine kraftvolle Predigt. Sie erzählte von der Vielfalt des Lebens und davon, dass Jesus auf die Welt kam, um den Menschen Freude und Sicherheit zu bringen. „Jesus ist ein König, der Herzen erobern will“, erklärte Gierke, die immer wieder die Gäste in ihren Vortrag involviert, zum Beispiel beim Aufsagen eines Psalms. Alle Anwesenden sprachen mit, als sie vortrug: „Macht alle Türen hoch, macht alle Tore weit, Gott wird helfen, Gott wird trösten, Gott kommt selbst in unsere dunkle Welt“ und dabei die Schwärze der Nacht etwas verdrängte. „Halleluja“.

Beim abschließenden Erzählen der Weihnachtsgeschichte verknüpfte Gierke ihre Themen direkt mit den Anwesenden, als sie fragte, wer schon mal bei einem Krippenspiel eine Rolle gespielt habe. Die Besucher wurden ganz nostalgisch und dann betonte die Pfarrerin: „Wir alle spielen unterschiedliche Rollen, aber haben alle einen Platz an Jesus Krippe.“

Musikalisch begleitet wurde sie von den „Klangkörpern“, die von Julius Kurschat geleitet werden, dem Kerkener Diakon. In der bunt gemischten Truppe waren Marie (10) und Victoria (9) zwei Kinder aus der Grundschule Nieukerk, die zum ersten Mal beim Rockgottesdienst auftraten. „Wir haben in der Schule vorgesungen und dann hat Julius gefragt, ob wir mitmachen wollen“, erklärten die beiden Mädchen. Anfangs waren sie noch aufgeregt, „doch jetzt gar nicht mehr, das war echt toll, vorne mit dabei zu sein.“ Gerne möchten sie wieder auf der Bühne stehen.

Den Musikern wurde dieses Jahr mehr Platz im Gemeindehaus gegeben. Dazu hatte man komplett auf Stühle verzichtet, was bei der Predigt den Eindruck etwas von „andächtig“ zu „ungemütlich“ verschob. Das Weglassen der Sitzplätze war aber eine bewusste Entscheidung: „Es gibt keine Stühle, da letztes Mal alle Leute gegangen sind, die keinen Platz mehr bekommen haben“, so Organisatorin und Jugendreferentin Yvonne Petri. „Wir haben das Problem, dass die Leute oft erst zu den Bands kommen, die nach dem Rockgottesdienst auftreten, weshalb wir nächstes Jahr beides miteinander verbinden wollen.“

Für dieses Jahr hatte man beim Konzert-Teil extra auf Blues-Musik gesetzt, „da sie einfach besinnlich klingt. Ich kann nicht genau beschreiben, warum, es ist so ein Bauchgefühl“, sagte Petri. Den Anfang machte „So Blue“. Frontmann Klaus-Dieter Maes verriet: „Passend zum Adventlichen haben wir die Set-Liste umgestellt“. Dann starteten sie mit „Ain’t no Sunshine“. „Wir sind eigentlich gar nicht andächtig, aber dafür gefühlvoll“, erklärte im Anschluss Frank Töpfer mit einem Schmunzeln. Der Leiter von „Frank & The Alley Swipers“ lieferte mit seiner Gruppe in der zweiten Konzert-Hälfte Songs wie „Purple Rain“ und „Crossroads“.