Rockgottesdienst auf Burg Kervenheim für Ohr und Seele

Kirche in Kevelaer : Rockgottesdienst für Ohr und Seele

„Die Gottesdienste werden vor allem von jungen Menschen ja nicht so gut besucht, also wollte ich mir mal etwas überlegen“, erklärte Yvonne Petri, die örtliche Jugendmitarbeiterin des evangelischen Kirchenkreises Kleve.

Sie ist auch im Presbyterium aktiv und organisiert seit Ende 2016 alle drei Monate einen ökumenischen „Rockgottesdienst“. Die gefühlvolle Andacht fand im Gemeindehaus der Burg Kervenheim statt.

Seitdem es keinen örtlichen Pfarrer mehr gibt, predigen dabei unterschiedliche Geistliche. Dieses Mal war es Pfarrerin Irene Gierke, die sonst für Uedem-Weeze verantwortlich ist. Die Musik für den Gottesdienst kam von der Formation „Klangkörper“. Die Gruppe wird geleitet vom Kerkener Diakon Julius Kurschat. Der freute sich: „Es ist unglaublich toll, Pop- und Rockmusik zu machen und gleichzeitig unsere Christlichkeit auszudrücken. Wir machen Musik aus dem Herzen.“

Die eigentliche Andacht begann mit dem Lied „What If God Was One Of Us“. Die Frage, was passieren würde, wenn Gott einer von uns werden würde, wurde gleich darauf von Irene Gierke aufgegriffen. „Denn genau das hat Gott gemacht“, betonte sie und erzählte vom Leben Jesu Christi. Die Verbindung zwischen den einzelnen Stücken und der Predigt war sehr gelungen. Es wirkte nicht so, als würde man ein Konzert unterbrechen, oder eine Lesung für etwas Musik pausieren, sondern beide Elemente bildeten ein großes Ganzes, eben einen richtig gelungenen „Rockgottesdienst“.

„Die gesamte Vorbereitung war spannend“, meinte Pfarrerin Irene Gierke, die zum ersten Mal solch eine Veranstaltung leitete und auch selber ein Stück ‚Beat-Poetry‘ zum Thema „Herr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist“ vortrug. „Alles, was ich vorab erfahren habe, waren die Musikstücke, die mir Julius geschickt hat. Der Rest war komplett frei.“

Sie baute in ihre Predigt den Zöllner Zachäus ein, der von Jesus besucht wurde, wodurch er sich komplett änderte und die überhöhten Gebühren, die er den Menschen abgenommen hatte, um ein Vielfaches wieder zurückgeben wollte. „Befreit durch deine Gnade“ von der Band „Gracetown“ bildete anschließend den pointierten Abschluss.

Nach dem Gottesdienst folgte die After-Party. Erst spielte die Band „Future In The Past“, die Cover-Stücke und eigene Songs mitbrachte. Danach sollte eigentlich „Hot Button“ auftreten, doch die Gruppe meldete sich leider einen Tag zuvor krank. Glücklicherweise konnte man dafür die Blues-Experten von „So Blue“ organisieren. „Unsere Musik soll Lebensfreude vermitteln“, sagte Frontmann Klaus-Dieter Maes.

Zum Gottesdienst kamen etwa 60 Gäste. Zur After-Party waren sogar knapp 90 Interessierte vor Ort. „Dass bei der Technik alles gelingt, dafür waren die Jahre über die Leute von ‚Mobile Sound‘ verantwortlich, die immer für uns da waren. Ohne sie hätten wir wohl manches Mal alt ausgesehen“, betonte Yvonne Petri. „Vielleicht machen wir zum Ende des Sommers einen Open-Air-Rockgottesdienst. Bei uns wird es definitiv nicht langweilig.“

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