Rettet die Binnenheide will die Natur vor der OW 1 schützen

Ortsumgehung Kevelaer : Bürgerinitiative fordert: Mobilitätswende statt OW 1

Claudia Blauert von „Rettet die Binnenheide“ fürchtet, dass bald die ersten Bäume gefällt werden.

Die Bürgerinitiative „Rettet die Binnenheide“ sieht die Anordnung der sofortigen Vollziehung der Baumaßnahme OW 1 durch die Bezirksregierung mit großer Sorge.

„Wir fürchten, dass schon mit Begleitmaßnahmen begonnen wird und unter anderem die bis zu 200 Jahre alten Eichen gefällt werden“, sagt Claudia Blauert von „Rettet die Binnenheide“. Sie lenkt den Blick auf den Naturschutz. „Die OW1 geht zu Lasten der Natur.“ Die Trasse, die vor allem den Verkehr auf der Rheinstraße entlasten soll, wird auch durch die Binnenheide gehen. Blauert spricht von einem artenreichen Gebiet. „Die OW 1 wird viele Tiere vergrämen.“ Sie macht auf die Besonderheit dieses Landschaftsbereichs aufmerksam. „Was vielen nicht bekannt ist, dort haben wir einen Biotopverbund. Den müssen wir dringend erhalten. Wir brauchen unzerschnittene Landschaftsteile.“ Um daran zu erinnern, ist in der Binnenheide ein großes, rotes Quadrat als Mahnmal aufgestellt worden. Zehn Meter hoch soll auch die Fledermauskollisionsschutzwand werden, die kommen soll, so Blauert.  Auf den Fridays-for-Future-Demonstrationen in Geldern und Kleve machte die Initiative „Rettet die Binnenheide“ auf ihre Bedenken gegen die OW 1 aufmerksam. „Die OW 1 als einzige Lösung ist nicht mehr zeitgemäß“, propagiert Blauert. Sie bedauert, dass, wenn es um Stau gehe, nur die OW1 als Lösung genannt werde. „Die Politik in Kevelaer ist da nicht sehr zugänglich“, sagt sie zur alternativen Lösung, die ihrer Meinung nach nur Mobilitätswende lauten kann. „Wenn man sich die Staus ansieht, dann bestehen die aus Pkws, in denen nur ein Mensch sitzt“, sagt Blauert. Angesichts von Klimawandel sei die Mobilitätswende dringend auch auf dem Land geboten. „Wir wünschen, dass die Stadt Kevelaer dem Zukunftsnetz Mobilität beitritt.“ Die Grünen hatten dazu einen Antrag gestellt.

Wen sie auch gerne in Kevelaer hätte ist Professor Heiner Mohnheim. Der Verkehrswissenschaftler spricht am Mittwoch, 20. November, ab 18 Uhr in der Stadthalle Rheinberg zum Thema Verkehrswende am Niederrhein.  Blauert will sich den Vortrag auf jeden Fall anhören und die Ideen nach Kevelaer tragen.