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„Reparier-Bar“ in Kevelaer gegründet

Nachhaltigkeit in der Wallfahrtsstadt : Die „Reparier-Bar“ in Kevelaer wurde endlich gegründet

Der neue Verein hat sich zum Ziel gesetzt, gegen den Trend zur „Wegwerf“-Gesellschaft nachhaltigen Umgang mit den Dingen zu fördern.

Nun ist es offiziell: Es gibt den Verein „Reparier-Bar Kevelaer“. Zur Gründungsversammlung im Mittagstreff an der Kroatenstraße kamen etwa 40 Interessierte. Einige von ihnen sind seit Anfang Februar im Thema, als man sich zum ersten Mal getroffen hatte, um einen Reparatur-Treff ins Leben zu rufen, bei dem defekte Geräte wieder instand gesetzt werden. Initiatoren sind die Klimaschutzbeauftragte der Stadt Kevelaer, Nina Jordan, Volker Meisel und Ellen Bormann vom Seniorenbeirat der Stadt. „Reparieren statt Wegwerfen“ ist die Grundidee. Weil man nicht dem niederländischen Netzwerk der Repair-Cafés, das auch deutschlandweit mit über 700 Standorten vertreten ist, angehören wollte, musste ein eigenständiger Verein gegründet werden.

Auf dieses Erfordernis hatte Ellen Bormann bereits beim allerersten Treffen hingewiesen, denn nur als gemeinnütziger Verein könne man Spenden entgegen nehmen. Auf Spenden ist die Gruppe angewiesen, denn der gemeinschaftliche Reparatur-Service soll kostenlos und die Mithilfe aller ehrenamtlich sein.

Repariert wird gemeinsam bei den geplanten monatlichen Treffen, dazu gibt es zum Beispiel Kaffee und Kuchen. „Es soll auch ein Ort der Begegnung sein“, so Ellen Bormann. Gedacht ist, dass die Teilnehmer mit den Fachkenntnissen, also zum Beispiel die Elektronikerinnen, Tischler oder Schneider, gemeinsam mit den „Kunden“ reparieren, Funktionen erklären und Anleitungen zur Selbsthilfe geben. Bei der Versammlung kam die Diskussion auf, ob nur Vereinsmitglieder reparieren dürfen. „Das muss also noch geklärt werden“, bestimmte Jordan, nachdem hierzu verschiedene Auffassungen zu Tage kamen. Nicht alle, die gekommen waren, erklärten sich mit einer Vereinsgründung einverstanden, wollten auch nicht Mitglied werden. Trotz einiger noch zu klärender „Feinheiten“ und Ergänzungen wurde die Satzung verabschiedet, der Verein als gegründet erklärt. Innerhalb weniger Minuten hatte der neue Verein 28 Mitglieder. Volker Meisel wurde zum Vorsitzenden gewählt. Als nächstes steht an, Fördermittel zu erhalten, zum Beispiel aus dem Fonds „Energie für Kevelaer“. Dieser Antrag müsse bis zum 15. Mai gestellt werden, so Bormann. Der Gründungsabend machte deutlich: Vieles muss noch besprochen werden, damit es „rund“ wird. Unübersehbar aber war, dass fast alle Anwesenden bereit sind, sich aktiv einzubringen.

Info Der Verein „Reparier-Bar Kevelaer“ trifft sich demnächst monatlich im Mittagstreff, Kroatenstraße 85. Termine werden noch bekannt gegeben. Dort kann jeder defekte Kleingeräte (keine Waschmaschinen, Fahrräder oder andere Großgeräte) zur kostenlosen Reparatur anbringen. Ansprechpartnerin ist Nina Jordan, Klimaschutzmanagerin der Stadt Kevelaer, Telefon 02832 122740 oder klimaschutz@kevelaer.de