Kevelaer: Rathaus: Verlässliche Zahlen erwartet

Kevelaer : Rathaus: Verlässliche Zahlen erwartet

Der Kevelaerer Rat entscheidet am Donnerstag darüber, ob ein Controller die Planung des Rathausbaus übernimmt. Nach den Plänen von Architekt Dejozé sollte das Projekt 11,6 Millionen Euro kosten – zu viel für die Steuerzahler.

Der Kevelaerer Rat entscheidet am Donnerstag darüber, ob ein Controller die Planung des Rathausbaus übernimmt. Nach den Plänen von Architekt Dejozé sollte das Projekt 11,6 Millionen Euro kosten — zu viel für die Steuerzahler.

Die anscheinend endlose Geschichte des Rathausbaus zu Kevelaer dürfte heute spannender werden. Eindeutige Vergleichszahlen sollen auf den Tisch kommen. Zudem muss der Rat über zwei Anträge entscheiden: Die FDP findet, der Vertrag mit Architekt Achim Dejozé sollte aufgekündigt werden, weil das Vertrauensverhältnis zerrüttet sei. Das sieht auch die Fraktion der KBV so, ihr Antrag geht aber noch weiter: Sie möchte das Thema begraben. Ihrer Ansicht nach ist mit der Installation einer Außentreppe dem Brandschutz Genüge getan. Mehr sei nicht nötig.

Mit oder ohne Dejozé

Wie berichtet, hatte vor der Sommerpause das externe Beratungsbüro Assmann seine Dienste empfohlen. Die Ingenieure können sich vorstellen, in Zusammenarbeit mit dem bisher tätigen Architekten (oder auch ohne ihn) die Pläne zu überarbeiten, um ein günstigeres Ergebnis zu liefern. Bekanntlich hatte die Kostenschätzung für den Umbau des Verwaltungsgebäudes für Empörung gesorgt. Die Bausumme war bei zehn Millionen Euro gedeckelt, wäre jedoch nach den Berechnungen Dejozés bei 11,6 Millionen ausgekommen. Da zog die Politik die Reißleine und verordnete sich eine Denkpause.

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Die ist nun vorbei. Den Architekten von seinen Aufgaben zu entbinden würde eine erhebliche Vertragsstrafe nach sich ziehen — die Rede ist von Planungskosten in sechsstelliger Höhe, die bisher entstanden seien. Am wahrscheinlichsten scheint, dass die Fachleute vom Büro Assmann die Vorarbeit und Überwachung des Umbaus auf der Grundlage der Dejozé-Erkenntnisse übernehmen. In nicht öffentlicher Sitzung gibt es einen Tagesordnungspunkt "Vergabe des Auftrages für Projektcontrolling-Leistungen im Zusammenhang mit der Instandsetzung und Erweiterung de Rathauses Kevelaer".

Für Ralf Angenendt, den Fraktionsvorsitzenden der SPD, kommt der Antrag der FDP auf eine Kündigung der Zusammenarbeit mit Dejozé zu früh. "Wir sollen jetzt endlich die seit Jahren verlangten verlässlichen Zahlen geliefert bekommen, und zwar aufgesplittet in Sanierung mit und ohne Anbau und in eine Variante Neubau. Wenn wir all das kennen und vergleichen können, müssen wir uns entscheiden." Ein Neubau außerhalb des Zentrums, wie ihn die KBV favorisiere, komme für die SPD nicht in Frage. "Das Rathaus gehört auf den Peter-Plümpe-Platz", findet Angenendt. Hansgerd Kronenberg, der Kollege der CDU, ist gespannt auf die Darlegungen der Controller. Die Frage, ob weiter mit Dejozé gearbeitet werden soll, stehe nicht zur Debatte. Insofern komme der Antrag der FDP zur Unzeit.

Hier geht es zur Infostrecke: Rathaus Kevelaer: Chronik eines Großprojektes

(RP/jul)
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