Rat erhöht Zuschuss für den Tierpark Weeze

Weeze: Rat erhöht Zuschuss für Tierpark Weeze

Die Anlage wächst weiter. Um die Attraktivität zu steigern, wird das Angebot laufend ergänzt. Das kostet Geld. Die Mehrheit stimmte jetzt für eine Erhöhung der Finanzmittel der Gemeinde. SPD und FDP waren dagegen.

Vor einem Jahr ist Luise Fischer mit ihrem Mann Bernd nach Weeze gezogen. Und inzwischen hat das Ehepaar aus Leverkusen ein festes Ritual. Am Abend werden Mohrrüben kleingeschnitten, am nächsten Morgen geht es damit in den Tierpark Weeze. Die Ziegen im Streichelzoo wissen das längst und drängen sich an den Zaun, wenn sie die beiden entdecken. „Das ist eine wunderbare Anlage hier, auch deswegen fühlen wir uns in Weeze so richtig wohl“, sagt die 65-Jährige.

Wie ihr geht es vielen. Der Tierpark ist in der Region ein echter Besuchermagnet. Er hat sich unter der neuen Leiterin Marie-Christine Kuypers weiterentwickelt. Es gibt neue Konzepte, neue Tierarten, neue Gehege. Geplant ist eine Erweiterung des Parks auf die östliche Seite der Bundesstraße.

Schau mir in die Augen, Esel: Die Tiere sind echte Hingucker und suchen immer den Kontakt zu den Besuchern.⇥RP-Fotos: Latzel Foto: Latzel

Das alles kostet aber auch Geld, vor allem weil es zum Konzept gehört, dass der Eintritt frei ist. Nach dem Entwurf des Wirtschaftsplanes für den Tierpark wären 70.000 Euro pro Jahr mehr nötig, um die Projekte dauerhaft umzusetzen. Damit würde der Betrag, den die Gemeinde zahlt auf 230.000 Euro steigen.

Während der Kämmerer, wie berichtet, vor weiteren zusätzlichen Belastungen für die Gemeindekasse warnte, schlug der Bürgermeister vor, der Erhöhung des Zuschusses zustimmen, „vor dem Hintergrund der erfolgreichen Entwicklung des Tierparks durch die Geschäftsführerin“. Es seien aber weiterhin die Möglichkeiten der Ertragssteigerung und des Sponsorings stetig zu prüfen, um den Zuschussrahmen nicht ausschöpfen zu müssen. Für die kontinuierliche Entwicklung der Anlage sei aber Planungssicherheit nötig. Der Tierpark sei ein wesentlicher Teil des positiven Images der Gemeinde. „Mit einem Bruch in der Entwicklung des Tierparks würde es auch einen Bruch in der Entwicklung der Gemeinde geben.“

So sah es auch die CDU, die der Erhöhung zustimmte, weil der Park eine erhebliche Attraktivitätssteigerung für die Gemeinde bedeute. Auch durch die geplante Niersbrücke, die den Park an den Ortskern anbinden soll, werde die Zugkraft der Anlage weiter zunehmen. Auch die Grünen sagten: „Wir gehen diesen Weg mit. Es war immer klar, dass irgendwann auch mehr aufgebracht werden muss. Aber der Park ist ein Hingucker für Weeze. Es ist zu sehen, dass sich hier etwas entwickelt hat“, so Jessica Kruchem.

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Die SPD sieht das etwas anders. „Wir sind da zwiegespalten“, so Fraktions-Chef Norbert Thul. „Auf der einen Seite ist die Attraktivität des Parks unbestreitbar. Es ist allerdings die Frage, ob die Gemeinde hier mit einer Erhöhung des Zuschusses tätig werden muss. Die Tierpark-Gesellschaft sollte sich eher überlegen, wie die Einnahmesituation verbessert werden könnte.“ Die SPD wolle ungern eine Zusage für viele Jahre geben und daher die Zuschusserhöhung erst einmal auf zwei Jahre begrenzen.

„Als die Gesellschaft seinerzeit gegründet wurde, wurde uns sogar in Aussicht gestellt, dass der Zuschuss reduziert werden könnte, jetzt soll er sogar steigen“, ergänzte Alfons van Ooyen (SPD). „Jeder weiß, dass mehr Tiere und mehr Arten auch mehr Kosten bedeuten. Es ist die Frage, ob wir hier wirklich immer größer werden müssen. Wir müssen hier in Weeze kein Tierpark Kleve werden.“

Das ist auch die Ansicht der FDP, die ebenfalls eine Erhöhung des Zuschusses kritisch sieht. Man werde nicht zustimmen. Auch weil durch mehr Tierarten auch mehr Fixkosten auf Dauer geschaffen würden, hieß es.

Mit großer Mehrheit gegen sechs Stimmen von SPD und FDP stimmte der Rat schließlich dafür, den Zuschuss für den Tierpark zu erhöhen.

Das Ehepaar Fischer kann also auch die nächsten Jahre mit den Mohrrüben zur morgendlichen Stippvisite vorbeikommen.

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