Prozess um totes Filmhuhn "Sieglinde": Entscheidung des Landgerichts Kleve

Prozess am Landgericht Kleve : 615 Euro für totes Filmhuhn „Sieglinde“

615 Euro Schadensersatz für totes Filmhuhn Sieglinde

„Sieglinde“ war ein Filmhuhn, wirkte in Fernseh- und Filmproduktionen mit – bis ein Hund sie in Weeze tötete. Jetzt hat das Landgericht Kleve über den Wert des Tiers entschieden.

Im Rechtsstreit um das Filmhuhn „Sieglinde“ hat das Landgericht Kleve am Freitag eine Entscheidung gefällt: 615 Euro bekommt die Besitzerin des getöteten Huhns.

Der Fall und die Verhandlung vor Gericht hatten in ganz Deutschland für Aufmerksamkeit gesorgt. Ein Hund war am 4. Juni 2017 in Weeze auf den Hof von Ute Milosevic geschlichen, hatte das Huhn gejagt und getötet. Nur war Sieglinde kein Huhn wie jedes andere, sondern eine feste Größe in der Fernseh- und Filmproduktion: So wirkte sie bereits in Produktionen wie „Wendy“, „Stern TV“ und „Terra X“ mit.

Im Dezember 2018 hatte die Besitzerin des Huhns bereits vor dem Amtsgericht Geldern auf Schadenersatz geklagt, damals wurden ihr 300 Euro zugesprochen. Der Richter hatte in dem Betrag eine Mitschuld der Besitzer einkalkuliert. Immerhin sei es fahrlässig gewesen, das wertvolle Huhn frei auf dem Grundstück laufen zu lassen.

Milosevic aber legte Berufung ein und forderte 4000 Euro Schadensersatz vor dem Landgericht. Strittig war dort weiterhin das Alter des Huhns. Ute Milosevic gab an, dass Sieglinde zum Zeitpunkt ihres Todes zwei Jahre alt gewesen sei. Der Hundehalter aus Geldern bestritt das.

(veke/zel)